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Wissenswerte Fakten über Wasser / 22.03.2009
Nach Angaben des Kinderhilfswerks UNICEF haben 5,7 Milliarden Menschen oder 87 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser. Das sind zwar 1,6 Milliarden mehr als 1990, aber im Jahr 2008 stand rund 884 Millionen Menschen immer noch nicht ausreichend sauberes Trinkwasser zur Verfügung. Täglich sterben rund 5.000 Mädchen und Jungen an der Folge von Durchfallerkrankungen, in der Regel hervorgerufen durch verunreinigtes Wasser.
Beim diesjährigen Weltwasserforum in Istanbul riefen die Delegierten aus mehr als 100 Ländern dazu auf, allen Menschen den Zugang zu sauberen Wasser und Sanitäranlagen zu ermöglichen. Wasser ist das wichtigste Lebensmittel der Erde und sollte eigentlich jedem Erdenbürger in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Aber wie schon vor drei Jahren beim Weltwasserforum in Mexiko kam auch diesmal die geforderte Einigung auf ein "Menschenrecht auf Wasser" nicht zu Stande.
Nicht umsonst prangern Umweltorganisationen den hohen Wasserverbrauch der Industriestaaten an. Laut Umweltstiftung "World Wide Fund for Nature" beträgt die tägliche Wassermenge eines Bundesbürgers 4130 Liter. Um sich diesen immensen Wasserverbrauch bildlich vorstellen zu können, ein Vergleich: Bei einem Vollbad verbraucht man durchschnittlich 120 Liter Wasser. Um jedoch auf einen täglichen Wasserbrauch von 4130 Litern zu kommen, müsste man täglich 34,41 Vollbäder nehmen. Allein schon diese Vorstellung reicht aus, um zu wissen, wie sorglos in den reichen Industriestaaten mit dem wichtigsten Lebensmittel der Erde umgegangen wird.
Von den 4130 Litern Wasser werden aber nur 130 Liter direkt verbraucht, also etwa für Trinken, Duschen, Wäsche waschen oder Geschirrspülen. Die restlichen 4000 Liter sind so genanntes "virtuelles Wasser", dass bei der Herstellung von Lebensmitteln und anderen Produkten verbraucht, verdunstet oder verschmutzt wird. Wussten Sie zum Beispiel, dass man zur Herstellung einer Jeans über 5000 Liter Wasser verbraucht? Oder, wussten Sie, dass 10.000 Liter Wasser benötigt werden, um 1 Kilogramm Rindfleisch zu produzieren? Für Anbau, Verarbeitung und Lagerung von einem Kilo Kaffee seien 20.000 Liter erforderlich, so der "Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland".
"Die Deutschen haben beim direkten Pro-Kopf-Verbrauch einen recht guten Durchschnittswert. Zählt man jedoch das "virtuelle" Wasser hinzu, schnellt der Fußabdruck eines jeden Bürgers dramatisch nach oben", sagte Martin Geiger, Süßwasser-Experte beim WWF Deutschland.
"Das Ausblenden des Einsatzes großer Mengen Wassers zur Herstellung fast aller Alltagsprodukte ist eine der Ursachen für die zunehmende Wasserknappheit und die Übernutzung der Wasserressourcen", sagte BUND-Wasserexperte Sebastian Schönauer. Für Länder, die ohnehin unter Wassermangel litten, sei die Verwendung von sehr viel Wasser für Exportprodukte ein großes Problem.
Hält man sich diese Zusammenhänge vor Augen, dürfte schnell klar werden, dass Wassersparen im eigenen Haushalt nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. In Sachsen zum Beispiel - die Sachsen sind sparsamer als der Bundesdurchschnitt - verbraucht jeder täglich 85 bis 90 Liter Wasser aus der Leitung.
Zum Schluss bleibt noch die Frage offen: Was kann man als Einzelner tun, um vor allem "virtuelles" Wasser zu sparen, welches vor allem für die Wasserknappheit auf der Erde verantwortlich ist?
Theoretisch ist die Frage ganz einfach zu beantworten und praktisch ist davon auch einiges umsetzbar, vorausgesetzt, man ist sich über die Zusammenhänge bewusst und möchte selbst verantwortungsvoll mit den lebenswichtigen Ressourcen dieser Erde umgehen. Um nur zwei Beispiele zu nennen: Schränken Sie Ihr Konsumverhalten bei allen Alltagsprodukten ein. Es muss nicht immer die modischste Jeans sein und die "alte" vom Vorjahr erfüllt sicherlich auch noch ihren Zweck. Essen Sie weniger Fleisch oder andere Produkte, die vom Tier stammen oder verzichten Sie ganz darauf, weil die "Fleischproduktion" zu den Sektoren gehört, die die zunehmend knapper werdenden Wasservorkommen der Erde am meisten belasten. Generell haben Tierprodukte einen höheren "virtuellen" Wassergehalt als pflanzliche Lebensmittel.
"Wir haben nicht nur Verantwortung für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun!"
Foto: aboutpixel.de / platsch Holger Hecklau














