Politik - Europawahl 2009 - Wahlprogramm - Tierversuche
6. Tierversuche in der EU
Für alles, was in irgendeiner Form mit dem Menschen in Berührung kommt, müssen Tiere in Versuchen ihr Leben lassen. Tierversuche sind ethisch zutiefst verwerflich, da die Tiere in brutaler Weise ausnutzt und gequält werden. Außerdem sind sie aus methodenkritischer Sicht abzulehnen. Es genügt der gesunde Menschenverstand, um zu begreifen, dass die Ursachen menschlicher - in vielen Fällen psychisch beeinflusster - Krankheiten nicht durch die Resultate von Versuchen mit künstlich geschädigten Tieren erkannt und geheilt werden können!
Wann immer es um Tierversuche geht, wird getäuscht und gelogen. Der bekannte irische Schriftsteller George Bernard Shaw hat diese Erkenntnis auf den Punkt gebracht: "Wer nicht davor zurückschreckt, Tierversuche zu machen, der wird auch nicht zögern, Lügen darüber zu verbreiten."
Es ist ein Skandal, dass in der EU Jahr für Jahr über 12 Millionen Tiere in Versuchen "verbraucht" und nach wie vor riesige Summen von Steuergeldern in die Tierversuchs-Industrie gepumpt werden. Die Förderung der Erforschung tierversuchsfreier Testmethoden führt hingegen nach wie vor ein Schattendasein!
Trotz massiver Proteste Zigtausender EU-Bürger setzt Brüssel weiter auf Tierversuche und hat die millionenfache Vergiftung von leidensfähigen Tieren im Rahmen der REACH-Verordnung beschlossen. Laut der EU-Verordnung sollen rund 30.000 Altstoffe, die bereits vor 1981 auf dem Markt waren, noch nachträglich auf Risiken für Mensch und Umwelt untersucht werden. Dabei geht es um Produkte wie Pestizide, Schädlingsbekämpfungsmittel, Farb- und Konservierungsstoffe, Schmierstoffe und dergleichen mehr. Da es sich um extrem grausame Gift-Tests handelt und darüber hinaus nicht einmal die Voraussetzung für die Effizienz der Versuche für den Menschen gegeben ist, kann man diesen Massenmord an Tieren nur als schändlich und im höchsten Maße unverantwortlich bezeichnen.
Das REACH-Programm wurde zwar nachgebessert, aber die Befürchtung bleibt, dass eine Unzahl von Tieren Opfer dieses irrsinnigen Vorhabens werden. Die Gesamt-Aufwendungen für Tests, Analysen, Registrierung und Gebühren für die kommenden 11 Jahre belaufen sich nach Schätzungen auf 2,3 Milliarden Euro. Das sind pro Jahr 209 Millionen Euro.
Wenn die Planungen der EU-Chemikalienpolitik umgesetzt werden, bedeutet dies - da wegen Unterfinanzierung noch nicht genügend tierfreie Tests zur Verfügung stehen - den grausamen Tod von etwa 45 Millionen Versuchstieren in den kommenden 15 Jahren.
Unsere Forderungen:
Wir fordern ein ausnahmsloses Verbot für alle Tierversuche: in der Grundlagenforschung, der Gentechnik, der Medizin, im Studium, in der Toxikologie und Produktentwicklung, in der Rüstungs- und Weltraumforschung, der Lebensmittel- und Pharmaforschung sowie für Kosmetika und Abwassertests.
Die finanzielle Ausstattung des Europäischen Zentrums für die Validierung von Alternativmethoden (ECVAM), einer Einrichtung der EU-Kommission, muss massiv aufgestockt werden.
Wir fordern die politisch Verantwortlichen in Brüssel auf, den geplanten Massenmord an Tieren durch das REACH-Programm zu stoppen - sowohl im Hinblick auf die moralische Verwerflichkeit als auch auf die Unmöglichkeit, durch Tierversuche Schäden beim Menschen vorherzusagen.
EU-weit sind die zahlreichen tierversuchsfreien Testmethoden - gegen den Widerstand einschlägiger Interessengruppen - endlich zur Anwendung zu bringen: In-vitro-Forschung, Computersimulation, Verwendung von Zellkulturen usw.














