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Ausgewählte Nachrichten aus dem In- und Ausland
Nachrichten, die man kennen sollte, weil sie uns alle angehen...
Schächtgemetzel zum diesjährigen Kurban Bayrami Opferfest im Lahn-Dill-Kreis verhindert!
Quelle: Arbeitskreis für humanen Tierschutz und gegen Tierversuche e.V. / 10.12.2008
Einem türkischen Metzger aus Aßlar, der vor Jahren schon wegen Begehr des betäubungslosen Schächtens vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe prozessierte, wurde zum diesjährigen Islamischen Opferfest untersagt (weitere) Tiere auf diese Art zu schlachten.
Mit 100 Rindern und über 2000 Schafen hatte Rüstem Altinküpe nach Angaben des Lahn-Dill-Kreises bis November 2008 schon mehr Tiere geschächtet als beantragt.
Altinküpe, u.a. Vorstandsmitglied der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen, wollte sich diesem Bescheid nicht beugen, scheiterte jedoch vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof, wie auch mit seinem Versuch per Eilantrag beim Verwaltungsgericht in Giessen am 5. Dezember 2008 doch noch eine Schächt-Ausnahmegenehmigung für weitere 470 Schafe und 45 Rinder zum Islamischen Opferfestbeginn am 8. Dezember zu erstreiten.
Auch sein erneuter Gang nach Karlsruhe war glücklicherweise erfolglos. Das Bundesverfassungsgericht lehnte den Erlass einer einstweiligen Anordnung aus formalen Gründen mit Beschluss vom 8. Dezember 2008 ab, so dass das große lukrative Kurban Bayrami-Schächtgemetzel im Schlachtbetrieb Altinküpe diesmal glücklicherweise nicht statt fand.
Damit ist das Verfahren zumindest in dieser Sache abgeschlossen - so Verwaltungsdirektor Reinhard Strack-Schmalor, der sich zusammen mit Landrat Wolfgang Schuster hier seit Jahren vehement im Sinne des Tierschutzes einsetzt.
Doch solches Engagement findet man nicht immer.
Erinnert sei an Jork, Landkreis Stade. Ohne Ausnahmegenehmigung wurde dort von einem türkischen Schlachter geschächtet. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft. Nicht nur gegen den Inhaber, sondern auch gegen die Amtstierärztin des Kreises, Sybille Witthöft. Seit Jahren soll sie von dem illegalen Schächtgemetzel gewusst, aber nichts unternommen haben. Ein Zeuge: Wie am Fließband seien unbetäubte Schafe getötet worden. Die Betäubungszange, die jeder Schlachtbetrieb haben muss, habe wie ein Deko-Stück an der Wand gehangen. Etliche Frauen, Kinder und Männer seien zugegen gewesen. "Es war grauenhaft."
Die Tierschutzproblematik "Schächten" wird allein von den Ländern, Kreisen und Veterinären geschultert. Und dabei werden sie von den Politikern schmählich im Stich gelassen. Unsere Volksvertreter thronen im warmen Berliner Elfenbeinturm und haben den „Schwarzen Peter“ betreff Entscheidungsfindung der Erstellung von Ausnahmegenehmigungen nach § 4a Abs.2 Nr.2 TierSchG zum betäubungslosen Schächten geschickt den unteren, total überlasteten Ordnungsbehörden in die Hände gedrückt.
Bereits seit dem Sommer 2007 brüten unsere Volksvertreter mit vorgeschobenen "verfassungsrechtlichen Bedenken" über einem Gesetzesentwurf, der geringfügige Verbesserungen für die Schächttiere bringen könnte. Und so steht und fällt zur Zeit allein mit den Behördenvertretern vor Ort die Entscheidung, ob den Schlachttieren ein Minimalschutz zugestanden wird, oder nicht.
Es besteht zwingend politischer Handlungsbedarf. An die Bundespolitiker aller Parteien ergeht in diesem Zusammenhang erneut die eindringliche Forderung, den bereits im Sommer 2007 vom Bundesrat eingebrachten Gesetzesänderungantrag (BT-Drucksache 16/6233) zum so genannten "Schächt-Paragraphen" 4a Abs.2 Nr.2 TierSchG, nicht länger auszusitzen - sondern endlich umzusetzen.
Dies auch im Sinne ernsthaften Integrationsbemühens. Denn anachronistisches betäubungsloses Schächten leistet öffentlicher Verrohung Vorschub, fördert die Etablierung einer abgeschotteten Parallelgesellschaft, desavouiert hier ernsthaft um Integration bemühte Gläubige und Bürger, ist religionswissenschaftlich nicht begründbar und weder mit dem Begriff "Religion" noch mit der hier geltenden Verfassungsethik vereinbar.
Betäubungsloses Schächt-Schlachten von warmblütigen Tieren ist zweifellos als vorsätzliche Tierquälerei einzustufen - sonst wäre diese Tötungsart laut regulärem Tierschutzgesetz nicht explizit verboten. Weltweit gilt "When you are in Rome, you have to do as Romans do". Gilt das nicht in Deutschland? Oder sind hier manche gleicher als andere gleiche? Ist jemand schon benachteiligt, wenn er nicht per "Ausnahmegenehmigung" bevorteilt wird?
Unser Kommentar: Für religiöse Riten sollte kein Tier leiden. Wir sagen NEIN zum Schächten!
Enttäuschung der Inselstaaten über Klimakonferenz
Quelle: pressetext.austria / 08.12.2008
Gemeinsam wollen die kleinen Inselstaaten gegen die großen Industrienationen im Kampf gegen die Verhinderung der Umweltkatastrophe durch die Klimaerwärmung vorgehen.
Die 14. Konferenz der Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC), die derzeit im polnischen Poznan über die Bühne geht, könnte zum Knackpunkt werden. Schon im Vorfeld geben sich die Vertreter der Zwergnationen frustriert über die Bereitschaft der Industrienationen und deren Angebote, die Auswirkungen zumindest finanziell abzufedern.
"Was uns an der Situation am meisten stört, ist die Tatsache, dass wir kaum Treibhausgase produzieren, allerdings diejenigen sind, die die Auswirkungen am schlimmsten zu spüren bekommen", meint Nanette Woonton vom Pacific Communication Team des Pacific Regional Environmental Programme im pressetext-Interview. Die gesamte pazifische Region produziere nur 0,3 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen. "Wir sind allerdings die, die unter der Klimaänderung am meisten leiden", erklärt die Journalistin, die auf den Cook Inseln lebt.
Statistiken, Fakten und Vorhersagen zeichnen ein düsteres Bild: Viele der Inseln im Pazifik ragen nur wenige Meter aus dem Meer. Ein Anstieg des Meeresspiegels würde dramatische Auswirkungen auf das Leben der Bewohner haben. Auch eine Zunahme von Extrem-Wetterlagen - etwa von Wirbelstürmen und Dürreperioden - würde das Leben auf den idyllischen Inseln unmöglich machen. "Wir müssen schon jetzt handeln", unterstreicht Woonton. "Dazu brauchen wir Hilfe von außen und zudem brauchen wir auch die Zusicherung, dass jene, die dieses Szenario verursachen, dringend etwas dagegen unternehmen."
Wie dramatisch sich die Situation tatsächlich entwickelt, zeigt sich am Beispiel der ausschließlich aus Atollen bestehenden Malediven im Indischen Ozean. Der neu gewählte Präsident des Landes hat angekündigt, einen Teil der Einnahmen aus dem Tourismus zum Kauf von Land in Indien, Sri Lanka oder Australien zu verwenden (Malediven sparen aus Sorge vor Klimawandel für ein neues Land). "Wir hoffen, dass diese Konferenz in Polen nun diese Ungerechtigkeiten thematisieren und damit den Opfern oder jenen, die Risiken ausgesetzt sind, Hilfe zusagt", so Woonton abschließend.Im Vorfeld hatten die Inselnationen unter Federführung der Malediven bereits ihren Ärger über die schleppenden Verhandlungen in Sachen Entschädigungen Ausdruck verliehen. Unterstützt wurden die Malediven von den Pazifikstaaten Kiribati, Tuvalu, Samoa, den Salomonen und Vanuatu.
Unser Kommentar: Wunderschöne Atolle - bald ein Bild vergangener Zeit? Fleischkonsum jetzt stoppen und Klima retten!
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Grafik 1: Stefan B. Eck / Foto 1: Ulrich Dittmann / Foto 2: Arbeitskreis Tierrechte & Ethik














