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Sportangeln
Sportangeln
In der Bevölkerung wird das Angeln oft als "die Jagd des kleinen Mannes" bezeichnet. Engagierte Tierschützer verurteilen mit Recht das Sportangeln als reine Tierquälerei. Laut Tierschutzgesetz dürfen Wirbeltiere nur getötet werden, wenn sie einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden. Beim Sportangeln ist das nicht der Fall, denn niemand kann ernsthaft behaupten, dass zum Beispiel der Verzehr einer kleinen Forelle Sinn macht, wenn man sich anders ebenso gut ernähren könnte. Fische sind Wirbeltiere und daher durch das Tierschutzgesetz geschützt.
Allein die ganze Prozedur - das Herausziehen aus dem Wasser, das Entfernen des Hakens oder auch das Nichtentfernen bei zu tief sitzendem Haken, das Messen des Fisches an Land, während er verzweifelt nach Luft schnappt, ist eindeutig als Tierquälerei einzustufen.
Keineswegs gut geht es jenen Fischen, die - nach Meinung der Angler - "geschont" und wieder "in die Freiheit entlassen" werden. Sofern sie durch den physiologischen Stress nicht gleich unter Schock sterben, leiden sie unter verschiedensten Schädigungen wie Maul- und Schlundverletzungen sowie auch Verletzungen der empfindlichen Epidermis (Außenhülle des Schuppenkleides) durch grobes Festhalten. Das alles kann eine Nahrungsaufnahme unmöglich machen und / oder zu schweren Infektionen führen, an denen die Fische unter Umständen langsam sterben.
Dass selbstverständlich den Fischen "beim Angeln sowohl Schmerzen als auch Leiden in erheblichem Maße zugefügt", werden, belegt Dr. Otfried Spieser vom Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg in seinen Studien. Ganz ähnlich äußert sich auch der holländische Zoologieprofessor John Verheijden dazu. Und Dr. Donald Bloom, er war Tierschutzbeauftragter der britischen Regierung, meint dazu: "Anatomisch, physiologisch und biologisch ist das Schmerzsystem eines Fisches praktisch dasselbe wie bei Vögeln und Säugetieren."
Die Schmerzempfindlichkeit und die Sensibilität des Lebewesens "Fisch" wollen Angler und deren Befürworter natürlich nicht wahrhaben. Wie lange wird sich dieses "Anglerlatein" gepaart mit Sturköpfigkeit noch halten können?
Nicht nur, dass in Brandenburg ab August 2006 die Jagd mit Rute und Köder auch ohne Fischereischein - also ohne jegliche Sachkundeprüfung - für Erwachsene freigegeben wurde, sogar für Kinder ab 8 Jahren wird das Angeln ohne Prüfung erlaubt. Aber damit nicht genug! Auch Schulen an denen die Kinder am angeblich freiwilligen Angel-Unterricht teilnehmen können, werden zwecks "Nachwuchsförderung" mit einbezogen. Während man z.B. in Bayern zumindest nicht erlaubt, dass Kinder die selbst gefangenen Fische eigenhändig töten, sondern verlangt, dass Erwachsene dies übernehmen, liefert man in Brandenburg sogar die genaue Anleitung zum „fachgerechten Abmetzeln“ der wehrlosen Tiere.
Anhaltende Proteste von Tierschutzorganisationen gegen Angelunterricht an Schulen konnten in Brandenburg leider noch nichts bewirken.
Umstritten und inzwischen verboten ist das so genannte Wettangeln. Dabei werden so viele Fische wie möglich in einer zuvor festgelegten gefangen, um den Angler mit dem größten Gesamtfang-Gewicht zu ermitteln. Früher wurden die Fische über Stunden in Behältnisse bis zum Wiegen gesetzt, wodurch viele qualvoll verendeten. Auch das "Catch and Release" (Fangen und Freilassen) auf möglichst große Fische ist nach dem Tierschutzgesetz mittlerweile verboten.
Es dürfte sich herumgesprochen haben, dass auch Fische über eine grundsätzlich mit Säugetieren vergleichbare Schmerzempfindlichkeit verfügen, die überdies in der Mundhöhle besonders ausgeprägt ist.
Die heimischen Fische sind oftmals beim Sportangeln einem qualvollen Erstickungstod ausgesetzt. Hinzu kommt, dass von einer wie auch immer gearteten Erfordernis des Sportangelns nicht die Rede sein kann; vielmehr stört das Aussetzen oder Fördern besonders begehrter Fischarten das natürliche Gleichgewicht in Seen, Flüssen und Bächen nachhaltig. Für Angler nicht interessante Arten werden demgegenüber in vielen Fällen systematisch zurückgedrängt.
Aus ethischen und ökologischen Gründen lehnt die Partei Mensch Umwelt Tierschutz das Sportangeln ab.
Angeln ist nicht nur "die Jagd des kleinen Mannes", sondern auch die "Jagd der kleinen Geister".
Foto 1 + 2: Arbeitskreis Tierrechte & Ethik














