In einem aktuellen Zeitungsbericht wird die intensive Bejagung von Waschbären in Bielefeld, als „ehrenamtlicher Beitrag zum Natur- und Artenschutz“ dargestellt. Die Jägerschaft verweist dabei auf ihren hohen Zeit- und Kostenaufwand und fordert unter anderem weitere Unterstützung durch die öffentliche Hand.
Wir sehen diese Entwicklung kritisch. Aus unserer Sicht darf das massenhafte Töten von Tieren nicht zur selbstverständlichen Standardantwort auf, von Menschen verursachte „Probleme“ werden.
Statt immer neue Abschusszahlen als Erfolg zu präsentieren, sollten tierschutzgerechte und wissenschaftlich begleitete Alternativen ernsthaft geprüft werden. Beispielsweise die Sicherung, Kastration und anschließende Wiederaussetzung von Waschbären.
Mehr als problematisch finden wir auch die häufige Darstellung, die Jagd sei gleichbedeutend mit Naturschutz. Das Töten von Tieren wird nicht zum Naturschutz, nur weil es unter diesem Begriff eingeordnet und vermarktet wird. Ein modernes Wildtiermanagement sollte Prävention, Forschung und nicht-tödlichen Maßnahmen grundsätzlich Vorrang einräumen.
Zugleich zeigt die Debatte um den Waschbären ein grundsätzliches Problem auf: In Bielefeld entsteht immer wieder der Eindruck, dass tierschutzorientierte Lösungen zu wenig politische Priorität erhalten. Viele Tierschutzaktive kritisieren dies seit Jahren, bspw. auch im Zusammenhang mit dem kommunalen Taubenmanagement.
Als PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ setzen wir uns für einen respektvollen Umgang mit allen Lebewesen ein.
Konflikte zwischen Mensch und Tier müssen wissenschaftlich, verantwortungsvoll und mit möglichst tierschonenden Mitteln gelöst werden und nicht durch die vorschnelle Legitimation von Tötungsmaßnahmen.
Wer von „Ehrenamt“ spricht, sollte sich fragen lassen, ob „Schutz“, „Fürsorge“ und „Respekt vor dem Leben“ nicht wesentlich besser zu diesem Begriff passen, als die jährliche Tötung von Tausenden fühlender Lebewesen.
Regionalgruppe OWL
PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ – Tierschutzpartei
