25 Jahre Tierschutzpartei – Das Unmögliche möglich machen

„Nicht weil die Dinge unerreichbar sind, wagen wir sie nicht – weil wir sie nicht wagen, bleiben sie unerreichbar.“

Dieser Gedanke des Philosophen Seneca war sicherlich ein Anstoß, als am 13.02.1993, also vor genau 25 Jahren, die Partei Mensch Umwelt Tierschutz gegründet wurde. Das Ziel war klar: Weltweit dem Leiden von Menschen und Tieren ein Ende zu bereiten und sich für lebenswerte Bedingungen einzusetzen.

Vor 25 Jahren schien dieses Ziel nahezu unmöglich. Als Vegetarier galt man damals schon, wenn man nur Hühnerfleisch oder Fisch aß. Wer hätte damals gedacht, dass sich Veganismus zum Trend in unserer Gesellschaft entwickelt und Ethik und Moral heutzutage als immer wichtiger erachtet werden.
Schon damals bewies die erste Tierschutzpartei der Welt, dass sie fest daran glaubt, dass es möglich ist, das Unmögliche möglich zu machen. Die Partei hat nicht nur dazu beigetragen das Thema vegetarische und vegane Ernährung in die Mitte der Gesellschaft zu rücken, sondern schafft es auch, als Kleinpartei die großen Parteien politisch in Bedrängnis zu bringen. So titelte die Zeitung „Neues Deutschland“ am 14. November 2017: „Den Grünen sitzt die Tierschutzpartei im Nacken“. Zudem sind dem Beispiel der Partei mittlerweile zahlreiche Gründungen von Tierschutzparteien weltweit gefolgt. Wir freuen uns über die Grußbotschaften, die uns zu unserem Jubiläum erreicht haben:

Trotz des 25-jährigen Jubiläums ist die Partei Mensch Umwelt Tierschutz sich selbst treu geblieben und schafft es so, ihre Themen konsequent zu verfolgen. „Es war ein langer Kampf, aber die mediale Aufmerksamkeit, wie zuletzt auch im Fall des Abgasskandals zeigt, wie sehr wir mittlerweile die Gesellschaft für unsere Anliegen sensibilisieren konnten,“ sagt Patricia Kopietz, Bundesgeschäftsführerin der Tierschutzpartei.
Der im letzten Jahr neugewählte Vorstand ist sich einig, dass man bei den bevorstehenden Wahlen den Sprung von der Kleinpartei zur Großpartei schaffen wird. Als wichtige Meilensteine sehen die Parteivorsitzenden Sandra Lück, Matthias Ebner und Robert Gabel kommunale Mandate und den erneuten Einzug ins Europäische Parlament.
Nicht nur die steigenden Wahlergebnisse und Mitgliederzahlen lassen die Parteispitze zuversichtlich sein, auch die Umfragen unter den U18-Wählern deuten auf eine positive Zukunft hin. Hier schnitt die Tierschutzpartei stets besonders gut ab, oft über 5 %.
„Unser Ziel ist es, als ganzheitliche und lösungsorientierte Partei wahrgenommen zu werden,“ sagt Sandra Lück im Hinblick auf die Koalitionsverhandlungen zur Großen Koalition. „Die Wähler wünschen sich wieder eine Politik, auf die man sich verlassen kann und die bereit ist, zuzuhören.“

25 Jahre Tierschutzpartei – ein paar Meilensteine

Am 13. Februar 1993 wurde in Bonn von neun Personen die Partei „Mensch Umwelt Tierschutz“ gegründet. Erste Vorsitzende wurde die 2001 verstorbene Professorin Ingeborg Bingener. Als Kurzbezeichnung wurde zunächst „MUT“ festgelegt. Noch im selben Jahr wurde in Hamburg der erste Landesverband gegründet, wo bei der vorgezogenen Bürgerschaftswahl beachtliche 0,3 % erzielt wurden. Ende des Jahres musste die Kurzbezeichnung aus rechtlichen Gründen in „Die Tierschutzpartei“ umbenannt werden.

Bereits 1994, ein Jahr nach Gründung, erzielte die Tierschutzpartei bei der Bundestagswahl mit nur drei teilnehmenden Landesverbänden ein Ergebnis von 0,2 %. 1995 wurde die Autorin Gisela Bulla neue Parteivorsitzende. Unter ihrer Regie erzielte die Partei bei der Europawahl 1999 0,7 %, womit sie erstmals an der staatlichen Parteienfinanzierung teilnahm und dies durch steigende Wahlergebnisse in den Folgejahren bis heute ununterbrochen tut. Im selben Jahr überwand sie bei der Abgeordnetenhauswahl von Berlin mit 1,1 % zum ersten Mal die für die Parteienfinanzierung relevante Einprozenthürde bei Landtagswahlen. 2000 trat Bulla von ihrem Amt zurück, da sie einen Tag später in das Bundesschiedsgericht gewählt wurde und dies mit anderen Parteiämtern unvereinbar ist. Der erste stellvertretende Bundesvorsitzende Egon Karp übernahm für die Dauer von einem Jahr kommissarisch die Geschäfte des Bundesvorsitzenden.

2001 wurde der Geschäftsführer Jürgen Gerlach aus Hessen neuer Parteivorsitzender; bereits ab 1997 hatte er für die Dauer von vier Jahren in seinem Wohnort, dem Wald-Michelbacher Ortsteil Unter-Schönmattenwag, das erste kommunale Mandat, das die Tierschutzpartei erzielte, inne. Bei den hessischen Kommunalwahlen im Frühjahr zuvor erzielte die Partei mit einem Sitz im Kreistag des Landkreises Darmstadt-Dieburg ihren ersten Parlamentssitz auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte. Bei der Europawahl 2004 steigerte die Tierschutzpartei ihr Wahlergebnis auf 1,3 %.

2007 folgte auf Gerlach der Werbekaufmann Stefan Bernhard Eck, der bereits ein Jahr zuvor saarländischer Landesvorsitzender gewesen war. 2009 erreichte die Tierschutzpartei bei der Landtagswahl in Sachsen mit 2,1 % ihr bis heute bestes Ergebnis auf überregionaler Ebene. 2010 wurde der Parteiname zu „PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ“ geändert und die Kurzbezeichnung zu „Tierschutzpartei“ verkürzt. Außerdem wurde die Einführung des bis heute verwendeten Regenbogen-Logos beschlossen. Seit Anfang 2013 stehen der Partei drei gleichberechtigte Bundesvorsitzende vor. Fortan bildete ein Triumvirat aus Stefan Bernhard Eck, dem ehemaligen Basketballprofi Horst Wester und der Verkehrspsychologin Barbara Nauheimer die Parteispitze. Ein Jahr später kippte das Bundesverfassungsgericht jegliche Sperrklauseln zur Europawahl. Bei dieser erzielte die Tierschutzpartei wenig später 1,2 % der Stimmen, was für einen Sitz ausreichte. Stefan Bernhard Eck zog schließlich ins Europaparlament ein.

Ende 2014 verließ Eck unter Beibehaltung seines Parlamentsmandats die Partei. Neben dem wachsenden internen Unmut gegen seinen Führungsstil war der gescheiterte Versuch, im Namen der Partei einen Preis mit einem umstrittenen Namensträger durchzusetzen, ausschlaggebend. Ihm folgten die Co-Vorsitzende Barbara Nauheimer und seine übrigen parteiinternen Anhänger. So musste im März 2015 auf einem Sonderparteitag ein neuer Vorstand gewählt werden. Neben Horst Wester wurden die Tierheilpraktikerin Bettina Jung und der Wirtschaftsingenieur Matthias Ebner neue Vorsitzende. Ein Jahr später wurde die nordrhein-westfälische Tierrechtsaktivistin Sandra Lück zu Jungs Nachfolgerin gewählt.

Bei der Bundestagswahl 2017 erreichte die Partei 0,8 % ihr bisher höchstes Ergebnis bei Bundestagswahlen. Auf dem Bundesparteitag Ende des Jahres wurde der Greifswalder Politologe Robert Gabel als Nachfolger Horst Westers neuer Co-Vorsitzender. Mit den erst nach 1970 geborenen Vorsitzenden Sandra Lück, Robert Gabel und Matthias Ebner existiert somit die jüngste Parteispitze ihrer 25-jährigen Geschichte, womit sie bestens für die Zukunft gerüstet ist!

Pressesprecher
Stefan Kolodziej
01633580538
stefan-kolodziej@tierschutzpartei.de