Don’t drink and throw away – der Anteil der Mehrwegflaschen sinkt

Das Bundesumweltamt hat nachgerechnet und festgestellt, dass der Anteil von Mehrweggetränkeverpackungen über die letzten Jahre gesunken ist. Waren es 2010 noch 48 Prozent aller Getränkeverpackungen, sind es im Jahr 2017 nur noch 42 Prozent gewesen.

Dies ist schlecht, weil Getränkeverpackungen mehr als ein Viertel der Verpackungsabfälle hierzulande ausmachen. Der Müllberg in Deutschland könnte sich durch die konsequente Nutzung von Mehrwegverpackungen, wie z. B. Glasflaschen, deutlich verringern. Denn diese Glasflaschen können bis zu 50 mal wiederverwendet werden. Dem gegebenüber gibt es Einwegverpackungen. Diese sind zwar auch mitunter mit einem Pfand belegt und sollten eigentlich in der Recyclinganlage landen, aber aus Umweltschutzsicht ist Mehrweg die eindeutig bessere Alternative.

Es wäre daher sehr zu begrüßen, wenn der Einzelhandel, allen voran die Discounter, in ihren Geschäften Mehrwegflaschen den Einwegflaschen vorziehen würden! Es wird kein Zufall sein, dass eben der Anteil der Mehrwegverpackungen sinkt und preisgünstige Getränke mit Vorliebe in Plastikflaschen angeboten werden. Eine Ausweitung des Pfandsystems und verpflichtende Mehrwegquoten wären eine Möglichkeit, die der Gesetzgeber hat. Aber auch durch die Einführung des Verpackungsgesetzes zum 01.01.2019 wird sich am sinkenden Mehrweganteil nichts ändern. Die Politik ist aufgefordert endlich zu handeln, um wirkungsvoll etwas gegen den (Plastik-)Müllberg zu tun!

Aus unserem Grundsatzprogramm, Punkt 5.3 Meeresschutz und „Müllpolitik“:

„Gemäß dem Motto „Vermeiden – Verwerten – Entsorgen“ hat die Müllvermeidung auf allen Ebenen oberste Priorität. Sie lässt sich zusätzlich zu den genannten Punkten durch den weiteren Ausbau von Mehrwegsystemen aller Art verbessern, wobei die Akzeptanz durch den Verbraucher unerlässlich ist.“

In dem Sinne ist der beste Müll natürlich immer noch der, der nicht anfällt! Wasser z. B. muss man nicht in einem Geschäft kaufen. Die Qualität von Leitungs- = Trinkwasser wird von den Gesundheitsbehörden wesentlich besser kontrolliert, als die im Handel erhältlichen Flaschen. Und das Lebensmittel Nummer 1 aus der eigenen Wohnung muss nicht umständlich aus irgendwelchen Quellen herbeigeschafft werden, um teuer erstanden zu werden.

👉 https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/mehrweganteil-bei-getraenken-2017-weiter-gesunken

👉 https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/wasser/kann-man-leitungswasser-trinken-34836