EU-Einigung zum Schutz von Hunden und Katzen: Ein historischer Schritt

Europa hat sich geeinigt: Nach intensiven Verhandlungen im Trilog steht fest, dass die EU eine der umfassendsten Reformen zum Schutz von Hunden und Katzen auf den Weg bringt! Diese Einigung ist ein Meilenstein und gleichzeitig ein Auftrag, weiter zu machen. 

Kennzeichnung & Registrierung in ganz Europa

Zum ersten Mal wird es eine EU-weite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde und Katzen geben. Das bedeutet:

  • eindeutige Identifizierung per Mikrochip
  • Registrierungspflicht für alle Züchter:innen und Händler:innen
  • ein EU-weites System zur Nachverfolgung von Herkunft, Gesundheit und Eigentumswechsel

Damit wird ein zentrales Problem im Kampf gegen Tierleid adressiert: Anonymität. Wo Herkunft verschleiert wird, blüht der illegale Handel diese Lücke wird nun endlich geschlossen.

Starker Schlag gegen den illegalen Welpenhandel

Der Welpenhandel ist ein brutales Milliardengeschäft. Die neue Verordnung setzt erstmals wirksame Instrumente ein:

  • verpflichtende Registrierung von Züchtern, Importeuren und Händler:innen
  • strengere Auflagen für Online-Plattformen
  • Herkunftsnachweise bei jedem Verkauf
  • höhere Strafen bei Verstößen

Damit wird der illegale Handel spürbar zurückgedrängt. Je weniger anonyme Tiere im Umlauf sind, desto geringer das Tierleid.

Kein Töten mehr zur Populationskontrolle

Ein bedeutender ethischer Fortschritt: Euthanasie zur Bestandsregulierung wird vollständig gestrichen.

Europa bekennt sich damit klar dazu, dass Tiere nicht sterben müssen, nur weil sie existieren.

Tierheime werden gestärkt

Erstmals erkennt die EU Tierheime als systemrelevant an. Die Reform umfasst:

  • klare Mindeststandards
  • strukturelle Unterstützung
  • bessere Voraussetzungen für Kontrollen und tierärztliche Versorgung

Das ist überfällig, denn Tierheime in ganz Europa arbeiten am Limit.

Keine Ausnahmen für die Landwirtschaft

Auch Tiere in landwirtschaftlichen Betrieben müssen künftig registriert werden.

Damit werden bisherige Schlupflöcher geschlossen, über die Tiere ohne Identität weitergegeben werden konnten.

Tierhandlungen: Hohe Hürden statt Verbot

Ein vollständiges Verbot des Verkaufs von Hunden und Katzen in Tierhandlungen wurde nicht erreicht.

Dennoch wurden die Auflagen so massiv verschärft, dass kaum ein Geschäft sie realistisch erfüllen kann. De facto wird der Handel stark zurückgedrängt. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Langfristig bleibt unser Ziel ein vollständiges Verbot des Verkaufs in Geschäften.

Europa braucht eine Positivliste

Es fehlt weiterhin eine verbindliche Positivliste, die regelt, welche Tiere geeignet sind, überhaupt als Haustiere gehalten zu werden. Ohne sie bleiben exotische und ungeeignete Arten gefährdet und ihre Halter:innen ebenfalls.

Wir fordern:

  • Nur Tiere zulassen, die artgerecht gehalten werden können.

Unsere Kritik: Übergangsfristen zu lang

Die langen Übergangsfristen schwächen die unmittelbare Wirkung der Verordnung. Für viele Tiere bedeutet das weitere Jahre Unsicherheit.

Fazit: Ein großer Fortschritt aber kein Schlussstrich

Die EU hat einen beachtlichen Schritt getan:

  • mehr Transparenz
  • mehr Verantwortung
  • mehr Schutz
  • mehr Kontrolle
  • weniger Tierleid

Doch die Arbeit ist nicht beendet. Wir werden weiter Druck machen für konsequente Umsetzung, kürzere Fristen und eine Politik, die Tiere nicht als Produkte behandelt, sondern als fühlende Wesen mit Rechten.

Europa braucht starken Tierschutz. Und wir werden dafür sorgen, dass diese Reform kein Endpunkt bleibt, sondern ein Anfang.