Gabriele Tautz

Beisitzerin im LaVo Niedersachsen

Gabriele Tautz, 57 Jahre alt, aufgewachsen und geboren in Rehburg-Loccum, wo meine Eltern sich als Kriegsflüchtlinge nach der Vertreibung aus Schlesien/Slowakei eine neue Existenz aufgebaut haben. Das Leben auf dem Lande mit Gemüsegarten und vielen Tieren hat meine Kindheit sehr geprägt.

Beruflich habe ich mich dann später nach Hannover orientiert und war nach einer Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin einige Jahre als Angestellte im Export tätig. Über eine Fortbildung zum Betriebswirt bin ich dann zum Jurastudium gekommen. Seit 16 Jahren bin ich als Rechtsanwältin tätig.

Seit 1998 esse ich kein Fleisch, und stelle meine Ernährung und mein Konsumverhalten so ein, dass ich weitestgehend auf tiersiche Produkte verzichte. Die Tierschutzbündnisse „Mensch & Tier e.V. “ und „Tier-Fair-Mensch“ habe ich unterstützt und befasse mich mit Tierethik und Vortragsarbeit zur Problematik der Massentierhaltung.

Seit 16 Jahre halte ich Kaninchen und erfahre immer wieder, wie Tiere ihre Persönlichkeit entwickeln, wenn wir es zulassen. Wir haben die ethische und moralische Verpflichtung, auf die artspezifischen Bedürfnisse von Tieren einzugehen und sie entsprechend zu halten, da wir den Tieren überlegen sind und Macht über sie haben. Diese ist verantwortungsvoll einzusetzen.

Tierschutz und Umweltschutz sind in unserer Verfassung als Staatsziele verankert und gehören zusammen. Leitgedanke unserer Gesetze im Tierschutz ist, dass kein Tier ohne vernünftigen Grund leiden darf. Die Massentierhaltung ist mit großem Tierleid verbunden und trägt zur Verschlechterung des Klimas im erheblichen Ausmaß bei. Deshalb ist die Umstellung in eine ökologisch geführte, naturnahe Landwirtschaft mit einer Vielzahl von Kleinbetrieben mit kleineren Weideflächen und einer Direktvermarktung werthaltiger Produkte und Weideschlachtung für Mensch und Tier gleichermaßen wichtig. Viele Konzepte gibt es dazu schon und durch Tierhaltung auf kleineren Weiden wird die Bodenfruchtbarkeit und die Humusbildung gefördert, Feuchtbiotope entstehen und Insekten und Vögel siedeln sich an. So wird auch ein großer Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

Was wir brauchen, ist eine Verbundenheit mit der Natur und den Tieren, um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Das sollte jedem Kind bereits im Grundschulalter in Schulen vermittelt werden.

„Die Natur braucht uns Menschen nicht, aber wir Menschen brauchen die Natur, um zu überleben. “