Foto: pixabay / Gestaltung: Andrea Dörner

Handlungsbedarf Zuckerreduktion

Gesetzesentwurf von Julia Klöckner nur ein Ablenkungsmanöver?

Einen ‚Lauten machen‘ bezüglich Zuckerreduktion, die Zucker- und Süßgetränkeindustrie jedoch im Grunde in Ruhe lassen, das ist ein repräsentativer Schachzug der Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner.

Zucker -- ein Teufel im Lebensmittelbereich. -- Seit Jahren fordert die Partei Mensch Umwelt Tierschutz, stützend auf Ärzte und Verbraucherorganisation „Foodwatch“, dass Julia Klöckner ihrem Amt entsprechend ernsthafte Maßnahmen ergreift, um den Krankmacher Zucker in den Lebensmitteln zu reduzieren.

Nur ein Ablenkungsmanöver von Julia Klöckner?! -- Nächsten Freitag entscheidet der Bundesrat über neue Vorgaben in der Lebensmittelindustrie zum Bereich Zucker in Baby- und Kinder-Tees.

Ein Schritt in die richtige Richtung zur Zuckerreduktion. Doch in Anbetracht der Tatsache, dass Baby- und Kindertees in der Gesamtheit der im Handel angebotenen Süßgetränke nur ein Nischenprodukt darstellt, ist dieses traurigerweise nur als eine Werbemassnahme von Frau Klöckner anzuerkennen und es nicht als einen wirklichen Willen zur Zuckerreduktion zu sehen.

Gezuckerte, gesüßte (auch Unter- und Nebenformen des Zuckers) Getränke birgen die Gefahr von Karies und Übergewicht. In den ersten 1000 Lebenstagen von Kindern werden wichtige Weichen fürs Ernährungsverhalten gestellt – angestammte Gewohnheiten später zu ändern, sind dann schwieriger.

Foodwatch erklärt, dass die Werbung für unausgewogene Lebensmittel an Kinder untersagt werden muss und ggf. nach britischem Vorbild ist eine Limo-Steuer eine Möglichkeit.

Isoglucose aus Mais oder Weizen ist günstiger als Zucker und wird in den letzten Jahren so verstärkt eingesetzt. Gesundheitsspätfolgen wie Fettleber ist eine der bekanntesten, aber auch Herz-Kreislauf und viele andere Krankheiten sind auf zu hohem Zuckerkonsum zurück zu führen.

Was Ärzte unlängst erkannt haben, wird von Frau Klöckner vehement ignoriert. Die Verabschiedung zum Zuckerverzicht in Baby- und Kindertees ist immerhin schon eine Anerkennung und eine Richtung. Wir hoffen auf weitaus mehr, da es dringenden Handlungsbedarf gibt. Das Gesundheitssystem ist schon jetzt dadurch schwer belastet.

Andrea Dörner, Leitung BAK Gesundheit und Soziales

Quellen:

https://www.sueddeutsche.de/…/ernaehrung-wie-die-industrie-…

https://www.foodwatch.org/…/isoglukose-was-verbraucher-wis…/

https://www.apotheke-adhoc.de/…/baby-und-kindertee-nur-noc…/