KI oder nicht KI? Das ist hier die Frage

Gemeinsame Pressemitteilung Dortmund, 22.05.2026

ChatGPT, Gemini, Mythos – sogenannte generative künstliche Intelligenz (KI) ist in aller Munde. Im Zuge des Erfolgs großer Sprachmodelle wurde der Begriff “KI” allerdings vielmehr zu einem Überbegriff für automatisierte Software und maschinelles Lernen. Kurz gesagt: Wo “KI” draufsteht, ist nicht immer klar, was drinsteckt – und ob es sich wirklich um künstliche Intelligenz handelt.

Auch im Ausschuss für Personal, Organisation und Digitalisierung (kurz APOD) ist der Begriff “KI” immer wieder auf der Tagesordnung zu finden, beispielsweise wenn es um Entlastung bei der Bearbeitung von Wohngeld-Anträgen geht. Was hier geplant ist, lässt sich jedoch nicht auf den ersten Blick erkennen. Ein Chatbot, der Mitarbeiter:innen anleitet, oder gar ein Agent, der selbstständig über Anträge entscheidet?

„Glücklicherweise nicht. Auf Nachfrage handelt es sich um ein Modell des maschinellen Lernens, das vorsortieren soll, welche Anträge die höchste Wahrscheinlichkeit auf Bewilligung haben,“ sagt Jonah Blank, sachkundiger Bürger der Fraktion Die Linke & Tierschutzpartei. „Die Dortmunder Bürger:innen müssen sich darauf verlassen können, dass die Entscheidung über ihre Anträge von einem Menschen getätigt wird.“

Um solche Missverständnisse zu vermeiden und eine transparente Kommunikation in Hinblick auf den Einsatz künstlicher Intelligenz sicherzustellen, brachten die Fraktionen von Linken & Tierschutzpartei sowie Bündnis 90/Die Grünen und Volt in einer gemeinsamen Initiative den Antrag ein, dass in Texten der Verwaltung künftig eine allgemeinverständliche Erläuterung ergänzt werden solle, was technisch hinter den vorgeschlagenen KI-Lösungen steckt und welche Auswirkungen deren Einführung auf die Arbeitsprozesse in der Verwaltung haben werde.

„In einem Fachausschuss sollte klar benannt werden, wie man ein Vorhaben auf technischer Ebene umsetzen möchte und warum. Dass unser Vorhaben keine Mehrheit findet, legt nahe, dass es hier primär darum geht, einem aktuellen Hype zu folgen“, ärgert sich Dr.-Ing. Lea Schönberger, Mitglied der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen & Volt im APOD. „Buzzwords ohne Substanz zu verwenden, erschwert nicht nur die Gremienarbeit, sondern es weckt auch falsche Erwartungen bei den Bürger:innen.“

In der Mai-Sitzung des Ausschusses für Personal, Organisation und Digitalisierung hatten nur die antragstellenden Fraktionen dem Vorschlag zugestimmt.