Krisen in der Welt – Krieg, Hunger, Vertreibungen beenden!

Die größte humanitäre Krise erlebt derzeit der Sudan: Seit Ausbruch des Krieges im April 2023 verloren mindestens 140.000 Menschen ihr Leben aufgrund der Kampfhandlungen.

Berichten zufolge sind zusätzlich bereits über 500.000 Kinder infolge des Krieges verhungert. Das gesamte Ausmaß ist unbekannt, da es kaum journalistische Berichterstattung vor Ort gibt. Es ist ein Krieg, der nur wenig mediale Aufmerksamkeit erhält.

Unzählige Menschen wurden Opfer von sexualisierter Gewalt und rund 13 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes oder in Nachbarländer geflohen. Die Hälfte der Bevölkerung, fast 25 Millionen Menschen, leidet unter akutem Hunger und benötigt dringend humanitäre Hilfe.

Staaten wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Türkei, Iran, Ägypten und Russland beliefern die rivalisierenden Armeen mit Waffen. Insbesondere werden Zusammenhänge zum Goldexport in die Emirate als wesentlicher Grund für anhaltende Waffenlieferungen und Kriegshandlungen bewertet.

Eine durch Krieg, Hunger und Krankheiten hervorgerufene humanitäre Katastrophe erlebt bereits seit mehr als zehn Jahren der Jemen. Die Anzahl der Todesopfer seit 2014 liegt bei 150.000 durch Kampfhandlungen sowie weitere 230.000 indirekte Tote durch Krankheiten und Hunger, darunter viele Kinder.

Vier Millionen Menschen sind auf der Flucht. Der Bürgerkrieg geht auf das Jahr 2004 zurück, als die mit dem Iran verbündeten Huthis im Norden des Landes einen Aufstand gegen die Zentralregierung und deren Verbündeten Saudi-Arabien begannen.

Im Gazastreifen wird von mindestens 70.000 Toten ausgegangen, wovon über 30 % davon Kinder sein sollen. Von den rund 170.000 Verletzten haben etliche mindestens ein Bein oder ein Arm verloren oder müssen mit schweren Verbrennungen weiterleben. Das Ausmaß seelischer Traumatisierungen lässt sich noch gar nicht einschätzen. Von Mangelernährung ist der allergrößte Teil der Bevölkerung betroffen und etwa 20.000 Kinder leiden unter akuter Unterernährung.

Das dritte große Krisengebiet ist die Ukraine. Es wird von etwa 15.000 getöteten Zivilist:innen und zwischen 150.000 und 620.000 getöteten Soldaten ausgegangen. Die Zahl der Verwundeten dürfte auf beiden Seiten zusammengenommen fast eine Million sein.

Bewaffnete Konflikte, Vertreibungen und sexuelle Gewalt prägen seit langem die Lage in der Demokratische Republik Kongo, vormals Zaire. Fast 80 % der Bevölkerung sind nach offiziellen Angaben unterernährt. Drei Millionen Menschen sind aktuell auf der Flucht vor den seit mehreren Jahren anhaltenden Unruhen im Osten und im Zentrum des Landes.

In Myanmar hält der Bürgerkrieg nach dem Militärputsch von 2021 an, mit schweren Menschenrechtsverletzungen. Eine Reihe weiterer Länder sind von extremer politischer und/oder wirtschaftlicher Instabilität und Gewalt betroffen, darunter Haiti, Somalia, Mali, Burkina Faso, Syrien, Äthiopien, Nord-Nigeria und Afghanistan.

Die Hauptleidtragenden von Krisen sind zumeist Kinder und Jugendliche sowie diejenigen, die schon vor der Krise unter wirtschaftlicher Not litten. Und nicht zu vergessen auch die Tiere, die nur selten in einer Statistik auftauchen. Ursächlich für das Leid sind zumeist politische Ideologien, ethnisch-religiöse Konflikte, Profitinteressen sowie der Kampf um globale Einflusssphären. Oft werden Bürgerkriege durch ausländische Kräfte angeheizt und durch stetige Waffenlieferungen am Laufen gehalten.

MEP Sebastian Everding fordert

  • strengere Rüstungsgüterexportgesetze, um den Waffenhandel mit existenten und potenziellen Krisenregionen einzudämmen,
  • die konsequente Verfolgung von Kriegsverbrechen,
  • sofortige und umfassende humanitäre Hilfe für alle Krisengebiete,
  • die Beseitigung von Konfliktursachen, Vermittlung von Waffenruhen sowie deren Einhaltung durch verstärktes Engagement der Vereinten Nationen.