Marvin Sadrinna
he / him
„Wandelmut und Miteinander lassen uns noch eine Chance.“
Schon als Kind konnte ich es nicht mit ansehen, wenn Tiere leiden mussten. Ich erinnere mich an Erdbienen, deren kleine Sandhügel auf dem heimischen Spielplatz von anderen Kindern in den Boden gestampft wurden. Ich ahnte nicht, dass diese Tiere nie stechen und hatte große Angst vor ihnen. Bin gerannt, wenn eine in meine Nähe kam.
Noch größer jedoch war die Angst, dass sie dort unten ersticken könnten. Also habe ich meist gewartet, bis die anderen Kinder weg waren und die kleinen Tunnel mit einem Stöckchen wieder freigebuddelt.
Der Mut, mich den anderen Kindern entgegenzustellen, fehlte mir seinerzeit. Diese innere Unzufriedenheit über meine eigene Ohnmacht wurde später zu einem meiner stärksten Antriebe. Sie brachte mich dazu, mich zu verändern, klarer in meinem Wesen zu werden und nach und nach mehr Verantwortung zu übernehmen.
Heute bin ich Seiteneinsteiger in die Politik.
Lange habe ich diese Welt aus der Distanz beobachtet und mit kritischem Blick auf die Strukturen und lobbyistischen Verflechtungen geschaut, die sie so unattraktiv, ja geradezu hässlich machen.
Dass ich hierhergefunden habe und Erfüllung im politischen Engagement finde, war überhaupt nicht geplant und doch genau richtig.
In der Tierschutzpartei habe ich erkannt, dass viele von uns ganz eigene Erfahrungen mit Leid gemacht haben. Diese Erfahrungen machen uns sensibler, vorsichtiger und mitunter auch härter. Sie öffnen den Blick für das Leid anderer und vertiefen das Mitgefühl für alle Lebewesen.
Ich bin überzeugt, dass genau das ein Grund ist, warum Empathie für Schwächere in unserer Partei so stark und so präsent ist.
Mein Wunsch ist, dass wir liebevoll miteinander und entschlossen sowie konsequent gegenüber unseren politischen Gegnern sind. Denn sie sind es, die das System der Ungerechtigkeit am Leben erhalten.
Die Massentierhaltung ist für mich eines der allerdunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte.
Solange dieses System weiter existiert, sehe ich keine gerechte oder mitfühlende Zukunft für unsere Gesellschaft. Die damit seit jeher stattfindende Verrohung ist eine unheimliche Symbiose aus leiblicher Vernichtung von Tieren und emotionaler Abstumpfung auf menschlicher Seite. Wer Lebensopfer akzeptiert, opfert Leben.
Die Menschheit wird ihr volles Potenzial niemals in der Lage sein auszuschöpfen, solange sie an der Massentierhaltung festhält. Daher sehe ich eine vegane Zukunft als die einzig sinnvolle Alternative.
Wir werden diese Unart, dem Leben mit Auslöschung zu begegnen, nicht über Nacht beenden, doch wir müssen jeden Tag weiter daran arbeiten.
Darum setze ich mich mit aller Kraft dafür ein, dass dieses Kapitel endgültig geschlossen wird – mit Wandelmut, Miteinander und mit Gerechtigkeit für alle Lebewesen.
Zur Person
Ich wurde 1970 in Hamburg geboren und bin in Altona aufgewachsen, einem Stadtteil voller Vielfalt und Solidarität, der von den Nazis mit Gewalt eingemeindet wurde. Ein weiterer der zahllosen Gründe, in antifaschistischer Verantwortung zu leben, wie es alle vernünftigen Deutschen sollten.
Nach dem Abitur 1990 absolvierte ich meinen Wehrdienst als Marinefunker und arbeitete anschließend als Kurierfahrer. Studiengänge weckten nicht mehr als mein Desinteresse. Schließlich fand ich meine berufliche Heimat in einem Hamburger Comicladen, den ich demnächst mit übernehmen werde.
Mein bisheriger Lebensweg führte mich durch viele Lebensbereiche: American Football, Punkmusik, Paintball, mentales Coaching im Radsport und verschiedene Achtsamkeitslehren.
In meiner Freizeit verwirkliche ich mich weiter als Hörbuchautor und gebe regelmäßig Unterricht in körperbezogener Achtsamkeitslehre.
Diese vielfältigen Erfahrungen haben den Blick auf mein politisches Engagement geprägt: Veränderung beginnt dort, wo Menschen den Mut haben, anders zu denken und gemeinsam den Weg gehen, der daraus entsteht.
Es ist in der heutigen Zeit (2025) essentieller denn je, vom Ross der Alleinstellungsmerkmale herunterzusteigen und auf die Gruppen zuzugehen, welche mit uns einen gesamtgesellschaftlichen Mehrwert von der Vorstellung in die Realität umsetzen wollen.
Konkret schweben mir dabei Parteifusionierungen vor – das Verbinden mit den vielen tierrechtsaktivistischen Gruppen da draußen, Bündnisse auf nationsübergreifender Ebene, die zu einer starken Stimme für ganz Europa werden. Und zu guter Letzt eine nie endende Überzeugungsarbeit, um auch Großteile der politischen Gegnerschaft, wenn schon nicht ins Boot, so zumindest doch offen für unsere Ideen zu machen.
Mein Leitgedanke
Gerechtigkeit für alle Lebewesen ist mein Maßstab für Mitgefühl und Moral.