Zweitstimme: PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ – Tierschutzpartei
Erststimme: in den meisten Wahlkreisen SPD als aussichtsreichste demokratische Kandidatur gegen ein AfD-Direktmandat
Die Umfragen zur Landtagswahl im nordöstlichen Bundesland sehen die AfD wie in den übrigen ostdeutschen Flächenländern vorn. Vor allem die massive und jahrelange Propaganda mittels Fake News und Hetze, die seit etlichen Jahren auf die Bevölkerung einprasselt, zeigt ihre Wirkung. Hinzu kommen strukturelle Probleme der anderen Parteien, durchaus auch selbstverschuldet, sowie herausfordernde geostrategische Situationen, die Zukunftsängste erzeugen.
In diesen schwierigen Zeiten spielen Tierrechte, Arten- und Klimaschutz keine wichtige Rolle mehr in den gesellschaftlichen Debatten. Einzig Die Linke schafft es, sich mit sozialen Forderungen gegen die sonst alles dominierenden Migrations- und Kriegsthemen nennenswert Gehör zu verschaffen.
In Mecklenburg-Vorpommern aber gelingt ihr das weitaus weniger als etwa in Berlin. Dafür wiederum hat die SPD mit Manuela Schwesig eine Persönlichkeit, die es schafft, Stimmen für die Mitte zu sammeln.
Was empfiehlt der Landesverband der Tierschutzpartei, zur Landtagswahl zu wählen?
Es ist weiterhin von äußerster Priorität, der Ignoranz der anderen Parteien gegenüber dem Leid der Tiere ein gutes Wahlergebnis für die Tierschutzpartei entgegenzusetzen. Denn sonst wird es wieder weitere fünf Jahre kein Erbarmen für die empfindsamen Lebewesen geben, die als Qualzuchten in der Agrarindustrie ausgebeutet und gequält werden, die durch die Jagd zusammengeschossen werden, die durch Pestizide und Klimakatastrophe zugrunde gehen!
Wer also echte Veränderungen zum Besseren für die Tierwelt möchte, wählt mit der Zweitstimme die Tierschutzpartei. Denn nur ein gutes Tierschutzpartei-Ergebnis erhöht den so nötigen Druck auf die anderen Parteien, endlich wirksame Maßnahmen gegen die Höllenqualen der Tiere in Gang zu setzen.
Gleichwohl ist angesichts der polarisierten politischen Debatte das Ziel, die Fünfprozenthürde zu überwinden, äußerst ambitioniert. Gewisse Kampagnen rufen ausdrücklich dazu auf, kleine Parteien nicht zu wählen, unsere Forderungen werden in den Medien kaum gleichberechtigt aufgegriffen und für einen flächendeckenden Wahlkampf stehen uns geringere finanzielle Mittel zur Verfügung, da wir uns ausschließlich aus Beiträgen, stark gedeckelten staatlichen Mitteln und Kleinspenden heraus finanzieren.
Dabei haben wir durchaus das nötige Potenzial. Über 8 % der Bevölkerung wollen uns im Parlament sehen und 4,5 % ziehen die Tierschutzpartei anderen Parteien vor.* Das Kreuz wird dann aber vor allem aufgrund groß angelegter Kampagnen und Medienberichterstattungen gegen kleine Parteien oftmals doch woanders oder aus Resignation gar nicht gesetzt.
Wer Tierrechten, Arten- und Klimaschutz oberste Priorität einräumt, muss deshalb mit der Zweitstimme die Tierschutzpartei wählen. Wir treten jedoch nicht mit Direktkandidierenden an, sodass die Erststimme an andere Kandidierende vergeben werden kann. Wir empfehlen als grundlegende Herangehensweise, die Erststimme den Kandidierenden der SPD zu geben, da diese das größte Potenzial haben, AfD-Sitze zu verhindern.
Je mehr Wahlkreise nicht von der AfD gewonnen werden, desto weniger AfD-Überhangmandate wird es auch geben. Eine aktuelle Wahlkreismodellierung sieht die AfD derzeit in 32 der 36 Wahlkreisen vorn. Da ihr nach dem zugrunde gelegten Zweitstimmenergebnis nur etwa 28 Sitze zustünden, ergäben sich in der aktuellen Modellierung vier AfD-Überhangmandate. Durch taktisches Wählen der jeweils aussichtsreichsten demokratischen Kandidatur könnten bis zu vier solcher zusätzlichen AfD-Sitze verhindert werden.
In einigen Wahlkreisen ist jedoch nicht die SPD die aussichtsreichste Partei, um einen AfD-Wahlkreissieg zu verhindern, sondern die CDU (in den vorpommerschen Wahlkreisen 13, 24, 33) oder Die Linke (im Wahlkreis 6 „Hansestadt Rostock III“). Von der Wahl der CDU raten wir jedoch aus prinzipiellen Gründen ab, da sie zu oft durch Zusammenarbeit mit der AfD oder Übernahme von AfD-Positionen auffiel.
Allerdings: Nur in fünf Wahlkreisen wird es gemäß der Wahlkreismodellierung von poll.graphics überhaupt zu einem knappen Wahlergebnis bei den Erststimmen kommen. Diese Wahlkreise sind aktuell: Wahlkreis 5 „Hansestadt Rostock II“ (AfD vs. SPD), Wahlkreis 10 „Wismar“ (SPD vs. AfD), Wahlkreis 6 „Hansestadt Rostock III“ (Die Linke vs. SPD), Wahlkreis 17 „Ludwigslust-Parchim I“ (SPD vs. AfD) und Wahlkreis 7 „Hansestadt Rostock IV“ (AfD vs. SPD). In allen anderen Wahlkreisen empfehlen wir dennoch, die aussichtsreichste demokratische Kandidatur zu wählen, jedoch ist es dort weniger gravierend, wenn man individuell davon abweicht.
Fest steht, dass auch die SPD massive Fehler macht, wenn es um Tierrechte, Arten- und Klimaschutz geht. Unsere Wahlempfehlung für die Erststimme steht also vor dem einzigen Hintergrund, AfD-Wahlkreissiege zu verhindern und kann auf keinen Fall als eine Relativierung ihrer tierfeindlichen Politik gelten. Wir werden jedoch auch weiterhin das Gespräch mit Grünen, Linken und Sozialdemokraten suchen, sodass sie in ihrem voraussichtlichen Regierungshandeln die Stimmlosen und Schwächsten nicht weitere fünf Jahre ignorieren!
* Umfrage von Civey zur Bundestagswahl 2025 sowie Befragung des GLES-Panel 2025-31