PM: Pferde sind keine Einsatzmittel! Tierschutzpartei fordert Konsequenzen nach Ausschreitungen in Mannheim

PRESSEMITTEILUNG

Pferde sind keine Einsatzmittel – Tierschutzpartei fordert Konsequenzen nach Ausschreitungen in Mannheim

Mannheim, 22. August 2026 – Die Bilder der Ausschreitungen beim DFB-Pokalspiel zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern sorgen für Entsetzen: Pyrotechnik, Rauch, Gewalt und verletzte Menschen – und mittendrin Polizeipferde. Die PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ – Tierschutzpartei fordert eine grundsätzliche Überprüfung des Einsatzes von Pferden bei Fußballspielen, Demonstrationen und anderen eskalationsgefährdeten Großveranstaltungen.

Bei den Ausschreitungen wurden nach Medienberichten 35 Polizeikräfte leicht verletzt, 85 Fans mussten medizinisch versorgt werden, acht davon im Krankenhaus. Während Raketen und andere Pyrotechnik gezündet beziehungsweise in Richtung von Menschen geschossen wurden, kamen auch berittene Polizeikräfte zum Einsatz.

Pferde haben in einer solchen Situation nichts verloren. Sie sind fühlende Lebewesen und Fluchttiere – keine Einsatzgeräte, Absperrgitter oder Werkzeuge zur Kontrolle von Menschenmengen“, erklärt Dennis Landgraf, Bundesvorsitzender und Pressesprecher der Tierschutzpartei.

Lärm, Rauch, Feuer, explosionsartige Geräusche und dicht gedrängte, unberechenbare Menschenmengen stellen für Pferde erhebliche Belastungen dar. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Polizeipferde auch in trainierten Einsatzsituationen physiologische Stressreaktionen zeigen können. Studien zu Feuerwerk belegen zudem deutliche Angst- und Stressreaktionen bei Pferden.

Dass Polizeipferde speziell ausgebildet werden, ändert aus Sicht der Tierschutzpartei nichts an ihrer grundsätzlichen Empfindungsfähigkeit. Ein trainiertes Tier bleibt ein Tier. Gerade wenn eine Einsatzlage für Menschen selbst gefährlich wird, müsse ausgeschlossen werden, dass zusätzlich Tiere einer solchen Situation ausgesetzt werden.

Die Tierschutzpartei verurteilt ausdrücklich den Einsatz von Pyrotechnik gegen Menschen, Tiere und Einsatzkräfte. Wer Raketen oder Böller auf andere Menschen oder Tiere richtet, trägt Verantwortung für die dadurch entstehende Gefahr. Gleichzeitig liege die Verantwortung für die Auswahl der Einsatzmittel bei den zuständigen Behörden.

Ein Pferd entscheidet nicht, ob es ein Fußballstadion betritt. Es entscheidet nicht, ob neben ihm Raketen explodieren. Diese Entscheidungen treffen Menschen – und deshalb müssen wir sie auch politisch hinterfragen“, so Landgraf.

Besonders kritisch bewertet die Partei, dass Dienstpferde im Bundesrecht ausdrücklich als „Hilfsmittel der körperlichen Gewalt“ eingeordnet werden. Für die Tierschutzpartei verdeutlicht dies einen grundlegenden ethischen Konflikt: Ein empfindungsfähiges Tier dürfe nicht wie ein technisches Einsatzmittel behandelt werden.

Die Tierschutzpartei fordert daher:

  • keine Polizeipferde bei Einsätzen mit massiver Pyrotechnik oder eskalierender Gewalt,
  • keinen Einsatz von Pferden bei vorhersehbaren Hochrisikoveranstaltungen,
  • eine unabhängige Aufarbeitung des Polizeipferde-Einsatzes in Mannheim,
  • verbindliche Tierschutzstandards für Dienstpferde und klare Abbruchkriterien,
  • sowie eine grundsätzliche Überprüfung, ob Pferde zur Kontrolle, Abschreckung oder Zerstreuung von Menschenmengen überhaupt noch zeitgemäß sind.

Auch Moderator Elton hatte den Einsatz der Polizeipferde angesichts der Bilder aus Mannheim öffentlich kritisiert und zugleich den Einsatz von Pyrotechnik gegen Menschen und Tiere verurteilt.

Für die Tierschutzpartei darf die Debatte jedoch nicht bei diesem einzelnen Vorfall enden.

Menschen entscheiden sich für Gewalt, Menschen zünden Pyrotechnik und Menschen entscheiden über den Einsatz von Polizeipferden. Die Pferde haben sich für nichts davon entschieden. Sie dürfen deshalb nicht diejenigen sein, die die Folgen menschlicher Gewalt tragen müssen“, sagt Landgraf.

Die Tierschutzpartei fordert deshalb einen modernen Polizeieinsatz, der dort auf Tiere verzichtet, wo personelle, organisatorische oder technische Alternativen zur Verfügung stehen.

Polizeipferde sind keine Ausrüstung. Polizeipferde sind keine Einsatzgeräte. Polizeipferde sind Lebewesen.

Pressekontakt:
Dennis Landgraf
Bundesvorsitzender und Pressesprecher
PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ – Tierschutzpartei
Tel.: +49 175 1231704