PRESSEMITTEILUNG
Tierschutzpartei warnt: EU-Tierarzneimittelverordnung gefährdet Tierwohl – aktuelle Fälle zeigen dringenden Reformbedarf
Berlin, 7. November 2025 –
Die PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ schlägt Alarm: Die Umsetzung der EU-Verordnung 2019/6 über Tierarzneimittel führt in Deutschland zunehmend zu Versorgungslücken, Kostenexplosionen und vermeidbarem Tierleid. Auslöser der aktuellen Debatte ist ein Schreiben einer Tierhalterin, die schildert, dass ihr Angsthund durch die neuen Regelungen ein benötigtes Medikament nicht mehr erhält – ein Fall, stellvertretend für viele.
Seit der Verordnung dürfen Tierärztinnen und Tierärzte keine Humanmedikamente mehr einsetzen, wenn ein Tierpräparat mit gleichem Wirkstoff existiert – selbst wenn das Humanpräparat deutlich günstiger oder besser verfügbar wäre. „In der Praxis bedeutet das für viele Halterinnen und Halter eine finanzielle Überforderung und für die Tiere den Abbruch notwendiger Therapien“, erklärt Dennis Landgraf (24), Bundesvorsitzender und Pressesprecher der Tierschutzpartei.
Probleme zeigen sich in mehreren Bereichen:
- Psychisch belastete Hunde, insbesondere Tiere aus dem Tierschutz, verlieren den Zugang zu bezahlbaren Medikamenten.
- Lieferengpässe bei speziellen Tierpräparaten verschärfen die Lage.
- Wildtiere, etwa von Räude betroffene Füchse, können nicht mehr behandelt werden, da Tierärzte Medikamente nur nach direkter Untersuchung abgeben dürfen – in der Praxis oft unmöglich.
- Bürokratische Hürden schränken die Therapiefreiheit der Tierärztinnen und Tierärzte massiv ein.
„Die Verordnung verfolgt richtige Ziele wie Resistenzbekämpfung und mehr Sicherheit. Doch in ihrer jetzigen Form schadet sie vielen Tieren – und das ist nicht akzeptabel“, so Landgraf.
Die Tierschutzpartei fordert daher:
- Wiederzulassung von Humanpräparaten in begründeten Einzelfällen, wenn diese medizinisch gleichwertig, verfügbar und finanziell tragbar sind.
- Praxisnahe Anpassung der Dokumentations- und Abgaberegeln, um Tierärztinnen und Tierärzten ihre Therapiefreiheit zurückzugeben.
- Schließung von Versorgungslücken für Kleintiere, Tierschutzhunde und Wildtiere.
„Tierschutz darf nicht an Bürokratie oder Profitinteressen scheitern. Wir brauchen eine tierfreundliche Auslegung der EU-Verordnung – und zwar jetzt“, betont Landgraf.
Kontakt:
Dennis Landgraf – Pressesprecher der PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ – Tierschutzpartei
presse@tierschutzpartei.de – tierschutzpartei.de