Schlachten – Wie geht das? Was bedeutet es für das Tier?

Die Definition des Schlachtens klingt ganz einfach: „Ein Tier wegen seines Fleisches töten“. Oder „unter einer Schlachtung versteht man das Töten von Nutztieren unter Blutentzug, um deren Fleisch für den menschlichen Verzehr zu gewinnen sowie die Nebenprodukte wie Knochen, Horn und Haut einer weiteren Verarbeitung zuzuführen.“ (Wikipedia)

Was geht beim Schlachten jedoch genau vor und was bedeutet dies für das betroffene Tier? Wir wollen uns die Schlachtmethoden genauer ansehen:

Schlachthof, konventionell: Rinder, Pferde, etc. Schlachthof, konventionell: Schweine Schlachthof, konventionell: Geflügel Schlachthof, konventionell: Kaninchen Schächten
 Ankunft
Trieb in eine enge Box
a. Trieb von kleinen Gruppen in ein Paternostersystem
b. Trieb in eine enge Box
Die Vögel werden lebendig, bei vollem Bewußtsein, kopfüber aufgehängt.
Das Tier wird bei vollem Bewußtsein festgehalten, ggf. an den Beinen gefesselt und niedergedrückt.
Betäubung
Bolzenschuss ins Gehirn
a. Einatmen eines CO2-Gemisches
b. Elektroschock
Wasserbad mit elektrischem Strom
Elektrobetäubung per Elektroden am Kopf, selten auch Bolzenschuss
 Fehlerquelle
Durch Bewegung des Kopfes des verängstigten Tieres in der Box kann der Schuß oft nicht richtig platziert werden. Aufgrund Akkordarbeit bleibt keine Zeit das Tier zu beruhigen und den Apparat korrekt anzulegen.
a. 10-20 Sek. Atemnot und Erstickungskampf
b. der Stromschlag ist schmerzhaft aufgrund Akkordarbeit bleibt keine Zeit das Tier zu beruhigen und die Betäubungszange korrekt anzulegen.
c. die Betäubungszange kann defekt sein.
Die aufgehängten Tiere bewegen sich noch, dadurch, und aufgrund der Tatsache, dass nicht alle Tier gleich groß sind, verpassen sie das Betäubungsbad.
Stromstärke kann zu gering sein, der Bolzenschuss kann statt des Hirns die Augen- oder Nasenhöhle treffen. Die Elektrobetäubung hält nur eine Minute an. Die Elektrozange kann defekt sein.
Die Kurzzeitbetäubung (30 Sekunden) ist nicht ausreichend (zeitlich, oder zu geringe Dosis).
 Folge
Bolzenschuss in den Nacken, was zur Lähmung, oft aber nicht zur Bewußtlosigkeit führt. Folge: Das Rind erlebt den weiteren Ablaut bewusst mit.
Das Schwein wird nicht ordnungsgemäß betäubt und erlebt den weiteren Ablauf bewusst mit.
Die Tiere erleben den weiteren Ablauf bewusst mit.
Die Elektrobetäubung kann zu schweren Hirnschäden, ähnlich einem epileptischem Anfall, führen und nicht zu einer ordnungsgemäßen Betäubung .
Die Tiere erleben den weiteren Ablauf bewusst mit.
Todesstich
Die betäubten Tiere werden an den Füßen aufgehängt, es folgt der Stich in Herznähe, welcher die großen Blutgefäße öffnet und zur Entblutung führen soll.
Die (betäubten) Tiere werden an den Füßen aufgehängt, es folgt der Schnitt in die  Halsschlagader, welcher zur Entblutung führen soll.
Die (betäubten) Tiere hängen nun schlaff herunter, an dem Band, an dem sie hängen, erreichen sie die Klinge, die ihnen die Halsschlagader durchtrennen soll.
Die Halsschlaggader wird durchschnitten oder der Kopf komplett abgetrennt.
Kehlschnitt mit einem scharfen Messer. Die das Gehirn versorgenden Arterien, sowie das Rückenmark und die Hirnnerven werden dabei nicht durchtrennt. Folge: extreme Schnittschmerzen, insbesondere wenn das Messer nicht scharf ist
mögl. Konsequenzen
Durch die oft unsachgemäße Betäubung werden die Tiere bei Bewußtsein, am Haken hängend, unter unvorstellbaren Schmerzen, aufgeschnitten, amputiert und in Teile zerlegt.  Aufgrund der Automatisierung wird hier nicht eingegriffen.
Aufgrund von Akkordarbeit (2 Sek. pro Schnitt) werden die Tiere nicht ordnungsgemäß entblutet, bevor es ins Brühbad geht.
Die Vögel bewegen sich u.U. erneut, so dass die Klinge durch die Bewegung nicht die Halsschlagader trifft, sondern „nur“ das Gesicht zerschneidet.
Die Elektrobetäubung hält nur eine Minute, so dass das Tier das Ausbluten bei vollem Bewusstsein miterleben muss.
Das langsame Ausbluten kann zur Folge haben, dass die vordere Halsarterie verstopft und nachgeschnitten werden muss. Werden die Tiere an den Hinterbeinen aufgehängt, bleiben sie bis zum Auslaufen des letzten Blutstropfen bei vollem Bewußtsein.
Brühbad
entfällt bei Tieren mit Fell
Nach der Entblutung werden die Tiere im ca. 60° Wasserbad gebrüht, um oberste Hautschicht und Borsten zu entfernen.
Mit heißem Wasser werden den Tieren die Federn vom Körper entfernt.
mögl. Konsequenzen
Wurden die Tiere nicht ordnungsgemäß entblutet, erwachen sie während des Verbrühens und müssen diesen und den Prozeß der Enthaarung und Aufschnitts mittels einer Maschine unter unvorstellbaren Schmerzen bewußt miterleben.
Aufgrund der o.a. Fehlerquellen müssen viele Tiere diesen Prozeß bei vollem Bewußtsein und unter großen Schmerzen bewußt miterleben.

Fazit:

Schlachten ist ein unsagbarer grausamer Vorgang. Nicht nur, dass ein Großteil der Tiere ihr Leben unter unwürdigen Bedingungen leben musste, voller Schmerzen, Qual und Leid, ohne Luft, Sonne und Gras unter den Füßen, so müssen sie auch noch ihren eigenen und den Tod ihrer Artgenossen unter unvorstellbaren Bedingungen miterleben. Schätzungsweise jedes 10. Rind und jedes 8. Schwein werden in deutschen Schlachthöfen nicht ordnungsgemäß betäubt und müssen ihre qualvolle Tötung bei vollem Bewusstsein erleiden. Furchtbare Todesangst haben alle, egal welchen Weg sie gehen müssen. Auch Tieren aus der Bio-Tierhaltung bleibt dieser Weg meist nicht erspart.

Haben wir das Recht, ihnen das anzutun?

Was Sie tun können:

Entscheiden Sie sich für eine pflanzenbasierte Ernährung. Nehmen Sie nicht teil am Wirtschaftszweig Fleisch und Produkte tierischen Ursprungs. DAS ist der einzige Weg, den Tieren ein leidvolles Leben und Sterben zu ersparen. Nicht nur die Tiere, auch Ihre Gesundheit und die Umwelt werden es Ihnen danken!