SCHREDDERN IST KEINE „PFLEGE DES STRASSENBEGLEITGRÜNS“

Wir verurteilen die vielerorts praktizierte Art sogenannter „Grünpflege“ als massiven Eingriff in Natur und Artenvielfalt: Radikales Schreddern, Häckseln und Mulchen von Hecken und Feldrainen zerstört wertvolle Lebensräume und führt zu ökologischen Schäden, die sich über Jahre hinweg auswirkten.

Die verheerende Praxis wird jedes Jahr aufs Neue durchgeführt, teilweise mehrmals, und kann durchaus systematischer Ökozid genannt werden. Schließlich sind Hecken Überwinterungsort und Brutraum, bieten Schutz und Nahrung für zahllose Vogel-, Insekten- und Kleintierarten. Besorgniserregend ist die Durchführung dieser Maßnahmen nicht nur jetzt, sondern auch im Spätwinter, wenn viele Vogelarten bereits mit der Reviersuche und dem Nestbau beginnen, hochgradig schädlich für Vegetation in Zeiten großer Hitze oder Trockenheit, bedauernswert während und nach der Reifung von Wildfrüchten und Samen. Die Ränder von Feldwegen können durch diese Praxis zu „biologischen Wüsten“ werden, obwohl sie zumindest neben Monokulturen dringend als Überlebensort gebraucht werden.

Das rigorose und brutale Dezimieren und Vernichten von Pflanzen und Lebensräumen, ob durch Schreddern, Häckseln, Mulchen oder Mähen bis aufs Erdreich hat gravierenden Folgen für die Natur, aber auch den Menschen: Aufwändige und teure Hangbefestigungen waren dieses Jahr z. B an der südpfälzischen B427 notwendig geworden, da die schonungslose „Pflege [sic!] des Straßenbegleitgrüns“ und Starkregen einen jahrzehntelang stabilen Hang auf die Bundesstraße abrutschen ließ.

Nicht länger tolerierbar ist es auch, wenn an Autobahnen Jungbäume und Sträucher, die offenbar fähig sind, durch selbständige Ansiedlung dem Klimawandel zu trotzen, sogar weit außerhalb eines etwaigen Sicherheitsabstandes vernichtet werden.

Wir fordern deshalb:

• Einen sofortigen, vollständigen Stopp der zerstörerischen Schredder-Häcksel-Mulchpraxis und des vollständigen Abmähens von Vegetation.

• Das Ende der Zerstörung von Hecken entlang von Feldwegen, um unverzichtbare Habitate für Vögel, Insekten, Kleinsäuger und viele Pflanzenarten um ihrer selbst willen zu erhalten, auch wenn diese nicht lt. Artenschutzgesetz zu gefährdeten Arten gehören.

• Die konsequente Einhaltung bestehender Natur- und Artenschutzgesetze, einen schonenden Umgang mit unserer Natur und Wertschätzung und Schutz allem gegenüber, was ohne menschliche Einwirkung gedeiht.
Deutschland muss endlich wegkommen von anmaßender Regulierungswut und Naturvernichtung und stattdessen ökologische Verantwortung praktizieren für Flora und Fauna!

Wir haben unseren bebilderten Protest u. a. dem rheinland-pfälzischen Landesbetrieb Mobilität (LBM) mit seinen Außenstellen zur Kenntnis gebracht. Man räumt offen ein, „dass die in den genannten Situationen gezeigten Zustände nicht die reguläre oder von uns gewünschte Form der Pflege widerspiegeln“ und verweist darauf, dass das seit 2006 gültige „Grünpflegemerkblatt“ zum 1. Januar 2026 durch eine neue Version ersetzt würde, die stärker auf naturnahe, ökologische und ressourcenschonende Pflegekonzepte ausgerichtet sei.

Wir werden dies im Auge behalten!