Schwere Vorwürfe gegen den Schlachthof – Gärtringen: Filmaufnahmen zeigen Misshandlung von Tieren und alarmieren Behörden und Politik

Im Juni und Juli diesen Jahres hat das Team von Soko Tierschutz erneut das Leid an Tieren in Schlachtbetrieben, diesmal in Gertringen im Allgäu dokumentiert und es wurde erneut festgestellt: Die Lügen über „Regionalität und gläserne Produktion“ sind Wunschdenken, das uns wie Flausen in unsere Köpfe gesetzt wird. Der Todeskampf der Tiere, die pure Verachtung der Menschen gegenüber den Tieren, die Misshandlungen, die Betäubungsboxen, die immer wieder versagen – all das wird in diesem Video deutlich und ist die Realität der Nutztierindustrie:

 

Der folgende Text wurde von unserem Mitglied Susanne Kirn-Egeler im lokalen „Gäubote“ als Leserbrief veröffentlicht:

Erinnern wir uns: Tatort Schlachthof Tauberbischofsheim. SOKO Tierschutz zeigt Filmszenen, die denen des  Tatort Schlachthof Gärtringen ähneln. Ein Mitarbeiter treibt ein verletztes, hinkendes Rind mit einem Elektroschocker in den Schlachthof.

In mehreren Fällen malträtierten Arbeiter Rinder „vielfach“ mit einem spitzen Stock und einem Elektroschocker in Analbereich und Rücken. Veterinäre des örtlichen Amts stehen direkt daneben und unternehmen nichts.  Die Verfahren gegen die zuschauenden Amtstierärzte,  als Vertreter der Behörden, stellten die Staatsanwälte im Frühjahr ein, mit der Begründung, diese hätten die Verstöße gar nicht verhindern können. Als entsetzter Bürger fragt man: „Warum stehen die dann daneben?“  Und, ja, die Tierärzte hätten die Polizei rufen können, aber auch das hätte nach Meinung der Staatsanwaltschaft Mosbach nichts gebracht, denn bis zu deren Eintreffen wären die Verstöße „ohnehin beendet gewesen“.  Genau das meint der  Strafrechtler Prof. Bülte mit der „Institutionalisierten Agrarkriminalität“: Alle helfen sie zusammen. Die  Behörden sehen weg, die Juristen geben den Tieren in der Rechtsprechung keine Chance, die Politiker arbeiten der Wirtschaft und den Lobbyisten zu. Auf der Basis von Tierfolter und -elend klingeln die  Kassen –   richtig, da fällt uns z. B. auch der Name „Tönnies“ ein

Nun ist also Gärtringen Tatort von unbeschreiblich grausamem  Sadismus. Vor unserer Haustür. Einem Rind wird eine Stange in den After gestoßen, Schweine werden geschlagen, einem Tier wird ein Rohr in das Auge gerammt.  Alles in Gegenwart von Amtstierärzten. Geht’s noch? Wird diesmal die Staatsanwaltschaft den unter Folter getöteten  Tieren eine letzte Gerechtigkeit widerfahren lassen?  Tiere fühlen wie wir in gleicher Intensität Schmerz, Freude,  Glück,  Unglück, Verzweiflung, Todesangst. Man kann  SOKO Tierschutz nicht genug danken, dass sie diese Horrorzustände endlich ans Licht bringen. Einzelfälle sind das nicht. Tierquälerei ist systemimmanent!  Shakespeare hat recht: „Die Hölle ist leer, alle Teufel sind hier!“

Susanne Kirn-Egeler,  Herrenberg

Verletzte Tiere, die eigentlich in diesem Zustand längst nicht mehr transportfähig wären und dringend eine ärztliche Behandlung bräuchten, Elektroschocks an Schweinen, Rinder werden mit Stangenschlägen vorangetrieben, den Tieren wird in ihre Gesichter geschlagen, es werden ihnen Rohre in ihre Augen gerammt. Diese blanke Gewalt passiert und sie passiert in Gegenwart amtlicher Tierärzte! Soko Tierschutz hat bereits Strafanzeige gestellt, doch erfahrungsgemäß verlaufen solche Anzeigen leider fast immer im Sande.

Woran also können sich Menschen, denen Tierwohl am Herzen liegt, noch orientieren, wenn selbst die höchste Aufsichtsinstanz ihre Augen verschließt? Aus diesen Gründen, aus ethischen Gründen lehnt die Tierschutzpartei den Fortbestand der Nutztierindustrie ab. Unser Ideal ist eine tierlose Landwirtschaft, denn der einzige Weg, an diesen barbarischen Zuständen, die von unserer Politik noch immer geduldet und sogar verharmlost werden, nicht mehr teilzuhaben ist die Entscheidung für eine vegane Lebensweise. Dies ist der konsequente Weg, Tierleid zu vermeiden. Wir danken Soko Tierschutz für ihr unermüdliches Engagement und rufen auf zur konsequent veganen Lebensweise. Für die Tiere.

Doch ein verändertes Konsumverhalten allein wird derartige Tierquälerei nicht beenden können. Das Ende der Tierausbeutung muss auf politischer Ebene beschlossen werden. Bitte werden Sie daher jetzt Mitglied:

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