STADTTAUBEN – AUFKLÄRUNG TUT NOT

Zu was ein völlig missglücktes Statement eines Fernseh-Moderators gut ist: Nicht nur seinem Sender muss mittlerweile klar geworden sein, dass flapsig-herabwürdigende Bemerkungen über Stadttauben selbst von bekannten Moderatoren völlig inakzeptabel sind. Dass jedoch sowohl in Bevölkerung in Deutschland wie auch anderen europäischen Ländern viel Unwissenheit herrscht und in kommunaler Politik häufig noch dazu bei Tierschutz-Themen völlige Überforderung auf Verantwortungslosigkeit gegenüber Tieren trifft, war auch schon zuvor in Brüssel bekannt:

Aus diesem Grund hatte am 22. April 2026 der Europaabgeordnete der Tierschutzpartei, Sebastian Everding, zusammen mit seiner holländischen Kollegin Anja Hazekamp der Partij voor de Dieren zu einem live übertragenen öffentlichen Gespräch und einer Bestandsaufnahme mit Experten aus Deutschland, Italien, Frankreich und Belgien zum Thema Stadttauben eingeladen. Die gesamte Veranstaltung kann hier nachverfolgt werden.

Es wurde nicht nur mit der irrigen Annahme aufgeräumt, Stadttauben – hilfsbedürftige, ausgesetzte Haustiere, denen der Zwang, das ganze Jahr über und selbst unter widrigsten Umständen zu brüten, vom Menschen angezüchtet wurde – könne oder dürfe man einfach nach Belieben aushungern, statt sinnvolle Methoden der Populations-Reduzierung durch Eieraustausch in betreuten Taubenschlägen zu praktizieren. Es wurde auch eine [zweckgebundene] Abgabe für Taubenzüchter ins Spiel gebracht:

Die Verursacher des städtischen Tauben-Elends durch Aussetzung oder Verlorengehen beim „Brieftaubensport“ – makaber-fragwürdig-tierschutzwidriges „Weltkulturerbe“ – oder bei „Hochzeitsflügen“ sollten endlich zur Verantwortung gezogen und [bitte maßgeblich!] an den Kosten für Fütterungen, tierärztliche Betreuung und Unterbringung heimatloser Tauben in betreuten Taubenschlägen herangezogen werden!

Wir werden sie gerne aufgreifen, diese für die Bundesrepublik geradezu ketzerische anmutende höchst sinnvolle Forderung, wo doch Tierausbeuter wie die Agrarindustrie großzügig mit Steuergeldern alimentiert werden und generell bisher nicht für die von ihr angerichteten Schäden haften!

Vielen Dank an Sebastian Everding und Anja Hazekamp und alle Beteiligten für diese informative Veranstaltung im Sinne des Taubenschutzes!

Beim Thema bleibend hielt beim Bundesparteitag der Tierschutzpartei in Mainz am 25. April die Referentin Saskia Hennecke einen ebenfalls hochinteressanten Vortrag über Stadttauben. Eindringlich wurde ins Bewusstsein gerufen, dass kommunale Fütterungsverbote nur von mangelnder Kompetenz von Entscheidungsträgern zeugen, jedoch keinerlei Lösung für die menschengemachten Probleme der bedauernswerten gefiederten Stadtbewohner bieten.

Was kann der Einzelne für Tauben tun? Zum Beispiel gedankenloses Wegschnipsen von Fädchen und Haaren in der Öffentlichkeit unterlassen! Lebensgefährlichen Folgen können sich durch abgeschnürte Zehen oder Beinchen ergeben – Achtsamkeit rettet Taubenleben! Weitere Hilfsmöglichkeiten finden sich im Vortrag unter https://www.youtube.com/watch?v=aLuauJf6gwo

Ganz wichtig: Nicht wegschauen! Positive Publicity für Tauben machen! Vielen Dank an Saskia für den lebendigen und informativen Vortrag und den unermüdlichen Einsatz für Tauben!

Zum Nachlesen und Weitersagen und mit ausführlichen Anleitungen für die praktische Durchführung eines tierschutzgerechten „Stadttauben-Managements“ nach dem „Augsburger Modell“ sei auf das Handbuch „Stadttauben-Management“ von „Menschen für Tierrechte“, dem Bundesverband der Tierversuchsgegner e. V. verwiesen. Neben der deutschen Version 2021-HB-Stadttaubenmanagement_web.pdf kann das Handbuch auch auf englisch abgerufen werden: Cover-Animal-welfare-friendly-birth-control-concept-for-city-pigeons.pdf

(BS)