Stellungnahme Tierschutzpartei zur Essener Ratsfrau

Im Falle der Strafanzeige gegen das Veterinäramt Essen wegen mutmaßlich ungeahndeter Verstöße gegen das Tierschutzgesetz meldet sich Sandra Lück, Vorsitzende der Tierschutzpartei NRW erneut zu Wort.

„Wir hatten nun ein paar Tage Zeit, die Berichterstattung zu unserer Erklärung zu beobachten. Natürlich gibt es kein Eingerständnis der beklagten Parteien, das war kaum anders zu erwarten. Die Vermutungen über Racheaktionen und Rosenkriege grenzen allerdings fast an Schwachsinn. Ende Januar haben wir über eine Tierarztpraxis Kenntnis davon erhalten, dass ein gesunder junger Hund durch die Halterin des Tieres eingeschläfert werden sollte, nachdem es bereits im Vorfeld wohl verzweifelte Versuche gab, das Tier zu vermitteln. Diese Information hat das Ganze ins Rollen gebracht. Persönliche Animositäten spielen hier keine Rolle. Es geht uns nur um das Wohlergehen von Lebewesen und die Verantwortung der Behörden, nichts anderes.“

Überrascht sei man nun lediglich über die unterschiedliche Berichterstattung in den Medien.

So heißt es einmal, die Stadt Essen habe mitgeteilt, dass ein Pony im Rahmen einer Kontrolle durch das Veterinäramt beschlagnahmt worden sei und aufgrund einer Huferkrankung eingeschläfert werden musste, ein anderes Mal teile die Sprecherin der Stadt Essen mit, alle aktenkundigen Mängel seien stets beseitigt worden und es habe keinen Anlass gegeben, Tiere zu entziehen.

Mit Bezug auf die Tätigkeit als entgeltliche Tierbetreuerin ohne die notwendigen Zulassungen heißt es einmal, die Behörde habe keine kommerzielle Tierhaltung feststellen können, dann wiederum wird berichtet, es würden sich viele Tiere, unter anderem Pensionstiere auf dem Hof der Mieterin befinden.

„Es erweckt den Anschein, als erhalten die Medien ganz unterschiedliche Stellungnahmen von der Stadt Essen. Vielleicht ist man sich derzeit einfach nicht sicher, was man sagen darf und was nicht, da momentan parlamentarische Sommerpause ist und der Rat der Stadt Essen sich wohl mehrheitlich im Urlaub befindet.“

Der inzwischen eingetroffenen Unterlassungserklärung durch den Anwalt der beklagten Stadträtin sehe man sehr entspannt entgegen.

„Für die Berichterstattung übernehme ich die persönliche Haftung. Weder Herr Bent noch ich werden uns durch eine Unterlassung, noch durch eine geforderte Schadensersatzzahlung von 50.000 Euro einschüchtern oder mundtot machen lassen. Wir erwarten, dass das Vorgehen der Behörden und der Verwaltungsakt nun transparent aufgearbeitet werden.“

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