Sebastian Everding kritisiert eine für den 7.2.2026 in Molbergen im Emsland geplante Taubenjagd in einem Protestbrief an die Verantwortlichen. Mit dieser Jagd sollen Spenden für ein Kinder- und Jugendhospiz gesammelt werden – damit wird das Wohl kranker Kinder und Jugendlicher auf eine ethisch und moralisch hochproblematische Weise mit dem Töten von Lebewesen verbunden.
Everding fordert die Verantwortlichen auf, diese grausame Aktion sofort zu stoppen. Außerdem fordert er ein bundesweit einheitliches, tierschutzgerechtes Taubenmanagement wie es auch Tierrechtsorganisationen wie PETA vorschlagen.
„Ich halte das Taubentöten für eine bittere, perfide PR-Aktion. Die Verantwortlichen in Molbergen wollen eine Brücke der Menschlichkeit bauen. Den Weg darüber tränken sie mit dem Blut anderer Lebewesen. So sieht Denken aus dem tiefsten Mittelalter aus, aber nicht im 21. Jahrhundert! Welche Werte bringen wir Kindern bei, wenn wir ihnen zeigen, dass unschuldige Tiere sinnlos und qualvoll erschossen wurden, damit es den Kindern besser geht?“
hinterfragt Everding die Aktion. Sebastian Everding weiter:
„Wir wissen, wie nachhaltige Lösungen gehen. Die Verantwortlichen in Molbergen scheinen sich für dieses moderne Wissen leider bis jetzt nicht zu interessieren.“
Everding betont:
„Ich begrüße eine Spendenaktion für ein Kinderhospiz, ein zutiefst wichtiges Anliegen. Doch Menschen zum Spenden zu motivieren, darf niemals an Gewalt gegen Tiere gekoppelt werden. Diese Logik ist ethisch nicht vertretbar und gesellschaftlich gefährlich. Ich rufe aber auch alle nachdrücklich auf, mit ihrer Kritik an die Verantwortlichen nicht über das Ziel hinaus zu schießen und ihre Ausdrucksweise und ihren Ton zu mäßigen. Respektlose Anfeindungen und hasserfüllte Mails, insbesondere an das Kinderhospiz, schaden den Kindern und ihren Familien und unserem Anliegen.“
Der Abgeordnete fordert statt „Schnellschussaktionen“ nachhaltig wirksame und tierschutzkonforme Lösungen, wie sie auch von großen Tierschutzorganisationen und Expert*innen empfohlen werden. Dazu gehören betreute Taubenschläge, Populationskontrolle durch Eiertausch, die Einbindung von Fachleuten sowie geschulte kommunale Kräfte zur Konfliktlösung.
„Wir brauchen endlich ein bundesweit einheitliches Konzept für ein modernes Taubenmanagement. Kommunen dürfen mit übergroßen Taubenpopulationen nicht allein gelassen werden. So ist das Augsburger Modell ein etabliertes, funktionierendes Konzept, das ohne Tierleid Taubenpopulationen regulieren kann. Fachleute stehen bereit, um solche langfristigen Lösungen umzusetzen.“
