Ein Leben im Kastenstand

Fotoquelle: AnimalEquality

Ihr Leben ist eine einzige Tortur: Zuchtsauen – liebevolle Mütter, zu Gebärmaschinen degradiert

So sieht der traurige Produktionskreislauf aus, den wir diesen hochintelligenten Tieren antun:

Ab dem 7. Lebensmonat etwa erfolgt die erste Besamung. Die Zuchtsauen werden also künstlich besamt – beim Menschen würde man von Vergewaltigung sprechen. Danach sind sie 3 1/2 Monate lang schwanger. Die Tierausbeuter sprechen hier von „tragend“. Anschließend gebären sie ihre Kinder – bzw. speziesistisch „ferkeln ab“. Ihre Kinder dürfen sie ca. 1 Monat lang säugen. Dann bekommen sie diese entrissen, um sofort erneut besamt zu werden, während ihre Kinder ein paar Monate gemästet und dann im Schlachthof getötet werden.

Um sie künstlich zu besamen, werden sie in einen Käfig kaum größer als sie selbst verfrachtet – rundherum, auf allen Seiten ihres Körpers von Metallstangen eingezwängt, stehen sie, zur Bewegungslosigkeit verdammt. Darin verbringen sie im Anschluss nach der Besamung ganze 4 Wochen.

Sie haben die Wahl zwischen Liegen auf nacktem Spalt-Boden ohne jegliche Einstreu oder Stehen – monatelang nur Liegen oder Stehen, kein Umdrehen, noch nicht einmal ein paar Schritte gehen – nur Liegen oder Stehen einen ganzen Monat lang.

Würden wir 1.000 Menschen in einer Fußgängerzone fragen, würde wohl keiner annehmen, dass sich eine werdende Schweinemutter in einer natürlichen Umgebung nach Schwängerung durch den Eber 4 Wochen bewegungslos irgendwo hinstellen würde. Was für eine absurde Idee! Aber genau das ist es, was wir diesen Tieren antuen.

Die weitere Schwangerschaft, also ca. die folgenden 2 1/2 Monate, verbietet der Gesetzgeber die Haltung in einem solchen Körperknast. Nur während dieser Zeit darf sich die zukünftige Mutter in einer Schweinegruppe bewegen, bevor sie dann, 1 Woche vor der nächsten Geburt, wiederum in den engen Gitterkäfig verfrachtet wird.

Würden wir die hochschwangere Sau – anstelle sie erneut in diesen Körperkäfig zu quetschen – in einem natürlichen Umfeld freilassen, dann würde sie beginnen mit Laub und Moos ein Nest zu bauen und währenddessen zarte Grunzlaute von sich geben, mit denen sie Kontakt zu ihren noch ungeborenen Kindern hält. Trotz aller Domestikation ist vom natürlichen Brutpflegetrieb nichts verloren gegangen.

Nach der Geburt gibt es für die Schweinemutter in ihrem Gittergefängnis wieder nur Stehen oder Liegen, während dieser ca. 4 Wochen säugt die Schweinemama ihre Kleinen, dann werden sie ihr entrissen.

Unverzüglich erfolgt die erneute Besamung – und weiter steht die Zuchtsau 4 lange öde, einsame Wochen in dem körpergroßen Knast – oder liegt, mehr Möglichkeiten hat sie ja nun mal nicht.

Nach 5-6 Geburten, im Alter von nur ca. 2 1/2 Jahren, sind die armen Tiere, die eigentlich mehr als 10 Jahre alt werden können, endgültig körperlich und seelisch am Ende. „Ausgenutzt“, wie es in der Landwirtschaft heißt, treten sie ihren letzten Gang zum Schlachthof an. So viel Wegstrecke wie von ihrem Stall in den LKW und vom LKW getrieben in den Schlachthof, konnten sie wahrscheinlich ihr ganzes Leben nicht zurücklegen, denn Zuchtsauen verbringen ihr Leben im Kastenstand.

Diese Qualen fügen den hilflos ausgelieferten Tieren die agrarindustriellen Tierausbeuter zu, die Profit auf Kosten der Tiere machen wollen, wobei damit teilweise nicht einmal Profit gemacht werden kann, weil die Fleischpreise so extrem niedrig sind, dass diese Industrie nur mit Subventionen überleben kann.

Wirklich verantwortlich für dieses unermessliche Tierleid sind jedoch alle Menschen, die Fleisch konsumieren und die die Parteien wählen, die nichts gegen diese abartige Tierausbeutung tun oder sie sogar unterstützen. Dazu zählen leider alle etablierten Parteien.

Daher rufen wir zum einen natürlich dazu auf, Fleisch konsequent vom eigenen Teller zu verbannen und möglichst auch alle anderen Tierprodukte.

Zum anderen bitten wir alle mitfühlenden Menschen um ihre Stimme für die einzige deutschlandweite Partei, die sich konsequent für Menschen, Tiere und die Umwelt einsetzt, die Partei Mensch Umwelt Tierschutz, kurz Tierschutzpartei, und zwar bei jeder Wahl, zu der wir es schaffen anzutreten, denn jede Stimme für uns zeigt den Etablierten, dass unsere Themen den Menschen wichtig sind! Zudem freuen wir uns über jeden mitfühlenden Menschen, der bei uns Mitglied wird, denn auch, wenn wir die erste Tierschutzpartei der Welt sind, der mittlerweile viele Gründungen weltweit gefolgt sind, brauchen wir noch viel mehr Mitglieder, um wirklich flächendeckend präsent zu sein.

Text: Tierärztin Dr. Heidi Stümges