+++PRESSEMITTEILUNG+++
Tierschutzpartei kritisiert geplante Tötung von Wildschweinen in Saarbrücken – „Fachlich fragwürdig und tierschutzrechtlich inakzeptabel“
Saarbrücken, [18. April 2026] –
Die PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ übt scharfe Kritik an den geplanten Maßnahmen zur Tötung von Wildschweinen in Saarbrücken, insbesondere am Einsatz sogenannter Saufänge. Die Partei sieht darin weder eine nachhaltige noch eine tierschutzgerechte Lösung.
Aus Sicht der Tierschutzpartei basiert die Entscheidung auf einer einseitigen Bewertung, bei der vor allem jagdliche Interessen dominieren, während unabhängige wissenschaftliche Erkenntnisse unzureichend berücksichtigt werden. Studien aus der Wildbiologie zeigen, dass intensiver Jagddruck sogar kontraproduktiv sein kann: So belegt eine Langzeitstudie im Fachjournal Journal of Animal Ecology, dass starke Bejagung zu früherer Geschlechtsreife und höherer Reproduktionsrate bei Wildschweinen führt.
„Wer das Problem durch mehr Jagd lösen will, verschärft es in Wahrheit“, erklärt Dennis Landgraf, Bundesvorsitzender und Pressesprecher der Tierschutzpartei. „Die Jagd ist nicht die Lösung – sie ist Teil des Problems: Damit die Tierbestände tierschutzgerecht von alleine schrumpfen ist eine mindestens fünfjährige Aussetzung jeder Form der Jagd auf diese Tiere erforderlich. Die letzten Jahrzehnte haben längst bewiesen, dass die ausufernde Jagd das ganze Jahr über nur zu immer größer werdenden Tierbeständen führt.“
Besonders kritisch bewertet die Tierschutzpartei den Einsatz von Saufängen. Hierbei werden die Wildschweine erst durch Futter in ein Gehege gelockt. Sobald genügend Tiere der „Rotte“ sich dort eingefunden haben, wird das Gehege automatisch geschlossen, was bereits zu Panik bei den hochintelligenten Tieren führt. Dann beginnt das eigentliche Tötungswerk, welches selbst die meisten Jäger verweigern: Bis das letzte Tier tot ist, werden die panischen flüchtenden, verletzten und sterbenden Lebewesen beschossen. Ein solches Massaker werfe grundlegende tierschutzrechtliche Fragen auf, von der von Jägern gerne beschworenen „Waidgerechtigkeit“ ganz zu schweigen. Nach Auffassung der Partei ist fraglich, ob hier ein „vernünftiger Grund“ im Sinne des Tierschutzgesetz vorliegt.
Zugleich würden die eigentlichen Ursachen für die zunehmende Präsenz von Wildschweinen im urbanen Raum nicht ausreichend adressiert. Dazu zählen insbesondere frei zugängliche Nahrungsquellen wie offene Müllcontainer, strukturelle Rückzugsräume im Siedlungsgebiet sowie fortschreitender Lebensraumverlust durch Bebauung.
Die Tierschutzpartei fordert daher eine grundlegende Neuausrichtung des Wildtiermanagements:
- konsequente Beseitigung anthropogener Nahrungsquellen,
- Verbesserung des Abfallmanagements,
- Einsatz nicht-tödlicher Vergrämungsmaßnahmen,
- sowie eine stärkere Einbindung unabhängiger wissenschaftlicher Expertise.
„Ein verantwortungsvolles Wildtiermanagement muss ursachenorientiert, wissenschaftlich fundiert und tierschutzkonform sein, sofern man nicht endlich zu dem Etnschluss kommt, Tiere einfach leben zu lassen.“, so Landgraf. „Das aktuelle Vorgehen ist weder nachhaltig noch rechtlich haltbar – es verlagert Probleme, statt sie zu lösen.“
Die Tierschutzpartei fordert die zuständigen Behörden auf, die Maßnahmen zu überprüfen und unter Einbeziehung unabhängiger Fachleute die Möglichkeiten einer friedlichen Koexistenz mit Wildschweinen neu zu bewerten.
Kontakt:
PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ – Tierschutzpartei
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