Mit einem offenen Brief wandten wir uns am 21.07.2026 an den Trierer Oberbürgermeister zum Thema „Alles ist bekackt von diesen Viechern …“
Guten Tag, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
mit Abscheu haben wir die öffentlichen Äußerungen Ihres Pressesprechers, Herrn Michael Schmitz, zu Nilgänsen zur Kenntnis genommen. Tiere als „eine Art permanenter Stuhlgang“ zu bezeichnen, ist weder sachliche Kommunikation, die man von einer öffentlichen Verwaltung erwarten darf, noch ein angemessener Umgang mit Tieren, deren Schutz in der Bundesrepublik Verfassungsrang genießt.
Die von Herrn Schmitz verwendete Ausdrucksweise trägt vielmehr zu der um sich greifenden Missachtung des Lebensrechtes anderer Spezies bei. Er erscheint wenig geeignet, zu Tierschutz-Themen Stellung zu beziehen. Seine Geringschätzung anderer Lebewesen ist inakzeptabel – ein solches Sprachrohr für die Stadt Trier unseres Erachtens ebenfalls.
Bei Nilgänsen handelt es sich um hoch entwickelte, fühlende und leidensfähige Tiere. Ob der Trierer Stadtverwaltung und einzelnen Bürgern ihre Anwesenheit nun genehm ist, oder nicht: Den von Ihrer Stadt geplanten Eingriff in ihre Bestände durch Abschüsse lehnen wir grundsätzlich ab.
So lange es schonendere und tierschutzgerechte Möglichkeiten einer Vergrämung von Tieren oder Populationskontrolle durch Menschen gibt – die Details erhalten Sie von Wildtierauffang-Stationen oder Wildbiologen -, müssen diese zwingend angewendet werden. Hobbyjäger, die für die Ausübung ihres Tod bringenden Zeitvertreibes viel Geld zu zahlen bereit sind, sind keine geeigneten Berater für adäquaten Umgang mit Tieren.
Angesichts des Beauftragung der Jägerschaft zum Töten der Nilgänse fragen wir uns, ob in Trier eventuell im Stadtgebiet und damit einer befriedeten Zone lebende Füchse ebenfalls mit dem Tode bedroht werden?
Wo Füchsen und anderen „Prädatoren“ NICHT nachgestellt wird, pendeln sich die Bestandszahlen aller Tierarten üblicherweise von alleine ein – solange der Mensch die Tierwelt in Ruhe lässt.
Sie als Leiter der Stadtverwaltung tragen die Verantwortung für den verantwortungsvollen Umgang auch mit Wildtieren im urbanen Raum. Wir fordern Sie auf, von jeder Tötung von Nilgänsen und anderen Wildtieren im Trierer Stadtgebiet unverzüglich Abstand zu nehmen und gegen respektlosen Umgang und despektierliche Äußerungen über Tiere durch Funktionsträger vorzugehen.
Mit freundlichem Gruß
PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ, Tierschutzpartei
Landesverband Rheinland-Pfalz
