Vegane Ernährung auch im Krankenhaus?

Auch wenn sich rein pflanzlich ernährende Menschen üblicherweise nicht in dem gleichen Maße wie Fleischesser und Mischköstler dem mit dem Alter immer größer werdenden Risiko von Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes und Übergewicht ausgesetzt sind, so kann doch ein irgendwann notwendig werdender Klinikaufenthalt neben allen anderen Belastungen auch noch zu dem ethischen Dilemma führen: Werde ich vegan, tierleidfrei, verpflegt, oder nicht?

Einem Häftling gegenüber wurde kürzlich ein Anspruch auf vegane Verköstigung gerichtlich verweigert. Aber Patienten, eigentlich Kunden von Krankenhäusern und Kliniken, sollten doch ihre Vorstellungen von ethischer und gesunder Ernährung erfüllt bekommen:

Wir haben die Frage nach dem Essensangebot allen Kliniken in Rheinland-Pfalz vorgelegt und innerhalb der erbetenen Antwortfrist eine (1) einzige Antwort erhalten:

Ausführlich berichtet das von den Diakonissen Speyer betriebene Evangelische Krankenhaus in Bad Dürkheim über die angebotene vegane Grundkost, die es vom Frühstück bis zum Abendessen allen Patientinnen und Patienten ermöglicht, ihre individuellen Speisepläne aus einer beeindruckend großen Auswahl pflanzlicher Produkte zusammenzustellen. Dank einer Diätassistentin kann auch der individuelle Kalorienbedarf angepasst werden, um eine optimale Nährstoffversorgung sicherzustellen. Wir danken dem Leiter des Evangelischen Krankenhauses herzlich für die Beantwortung unserer Anfrage und das so erfreuliche Ergebnis!

Von einigen wenigen Häusern, so z. B. dem Krankenhaus in Landstuhl oder der Felsenland-Klinik in Dahn, ist uns ebenfalls ein veganes Verpflegungs-Angebot bekannt.

Aber wie sieht es bei all jenen aus, die es nicht für notwendig hielten, die Anfrage der Tierschutzpartei zu beantworten? Schließlich warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schon seit dem Jahr 2015 vor dem Verzehr von rotem Fleisch und spricht sich mittlerweile sogar die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für eine rein pflanzliche aus.

Sollte die Nicht-Beantwortung der Anfrage nach dem pflanzlichen Essensangebot nicht auf Zeitmangel zurückzuführen sein, sondern auf die schlichte Ignorierung einer Ernährungsform, die nicht nur der menschlichen Gesundheit überaus zuträglich ist und welche die brutale, tödliche Tierausnutzung durch die Fleischindustrie mit all den Folgeschäden für Umwelt und Klima verhindert?

Ein schlimmer Verdacht drängt sich auf: Sollten Kliniken, die kein veganes Angebot unterbreiten – in den USA betreiben z. T. sogar Fast-Food-Ketten die Cafeterien von Krankenhäusern – wenig Interesse an der Gesundung ihrer Gäste haben? Schließlich profitieren Kliniken, die Gewinne erwirtschaften wollen, wie auch die Pharmaindustrie, nicht von gesunden Menschen, sondern nur von jenen, die krank sind und das am besten dauerhaft …

Wir fordern alle Krankenhäuser und Kliniken sowie Altenheime auf:

– ihrem Küchenpersonal die entsprechenden Fortbildungen zu veganer Ernährung kurzfristig zu ermöglichen,
– vollwertige rein pflanzliche Kost zu allen Mahlzeiten anzubieten, und
– bisherige Fleischesser auf die gesundheitlichen Vorteile rein pflanzlicher Ernährung hinzuweisen, auch um ihrem Auftrag gerecht zu werden, die Gesundheit ihrer Kundinnen und Kunden bestmöglich wieder herzustellen.

Von gesünderen Menschen profitieren schließlich nicht nur diese selbst, sondern auch die Krankenkassen und damit die Beiträge zahlende Allgemeinheit.