Volle Solidarität mit Anna & Hendrik!

Stellungnahme der PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ – Tierschutzpartei –

Die PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ – Tierschutzpartei – erklärt ihre uneingeschränkte Solidarität mit den Tierschutzaktivisten Anna Schubert und Hendrik Haßel.

Die beiden Aktivisten dokumentierten in einem Schlachthof in Lohne die umstrittene CO-Betäubung von Schweinen. Die Aufnahmen zeigen Tiere in Angst, Panik und Atemnot unmittelbar vor ihrer Tötung. Die Bilder machten sichtbar, was die Fleischindustrie lieber hinter verschlossenen Türen hält, und lösten bundesweit eine Debatte über das Leid der Tiere und die Zustände in Schlachtbetrieben aus.

Nun wurden die beiden vor Gericht verurteilt. Das Gericht stellte fest, dass sie dem Grunde nach für entstandene Schäden haften. Über die konkrete Höhe möglicher Schadensersatzforderungen wird teilweise noch gesondert entschieden. Zusätzlich drohen erhebliche finanzielle Belastungen durch Verfahrens- und Anwaltskosten.

Für uns stellt sich eine grundlegende Frage: Wie kann es sein, dass diejenigen, die das Leid von Tieren sichtbar machen, vor Gericht stehen, während das millionenfache Leid der Tiere in industriellen Schlachtanlagen tagtäglich weitergeht?

Wir respektieren den Rechtsstaat. Gleichzeitig halten wir es für zutiefst problematisch, wenn Menschen, die Missstände dokumentieren und eine gesellschaftlich notwendige Debatte anstoßen, mit massiven finanziellen Konsequenzen rechnen müssen. Solche Verfahren entfalten eine gefährliche abschreckende Wirkung – nicht nur auf den Tierschutz, sondern auch auf Journalismus, Transparenz und zivilgesellschaftliches Engagement.

Wer damit rechnen muss, durch die Aufdeckung von Missständen finanziell ruiniert zu werden, wird künftig zweimal überlegen, ob er oder sie den Mut aufbringt, hinzusehen und die Öffentlichkeit zu informieren. Davon profitieren weder die Tiere noch die Gesellschaft. Davon profitieren ausschließlich diejenigen, die ein Interesse daran haben, dass Missstände verborgen bleiben. Nicht die Aufdeckung von Tierleid sollte skandalisiert werden. Skandalös ist das Leid selbst!

Unsere Forderungen

  • rechtlicher Schutz für Whistleblower und Personen, die Missstände im Bereich des Tier- und Umweltschutzes aufdecken
  • Schutz vor missbräuchlichen Einschüchterungsklagen (SLAPP-Klagen), die kritische Stimmen finanziell unter Druck setzen sollen
  • deutlich mehr Transparenz in Schlachthöfen und Tierhaltungsanlagen
  • unabhängige und unangekündigte Kontrollen in allen Schlachtbetrieben
  • Einführung eines Verbandsklagerechts für anerkannte Tierschutzorganisationen
  • langfristig die Überwindung der industriellen Tierhaltung und eine grundlegende Neuausrichtung unseres Umgangs mit Tieren

Anna Schubert und Hendrik Haßel haben eine Debatte angestoßen, die geführt werden muss. Ohne Menschen, die den Mut haben, hinter die Mauern der Tierindustrie zu blicken, blieben viele Missstände für immer verborgen. Transparenz darf nicht bestraft werden.

Wir fordern Politik und Gesellschaft auf, sich klar auf die Seite von Transparenz, Aufklärung und Tierschutz zu stellen. Wer Tierleid dokumentiert, bekämpft nicht die Demokratie – er stärkt die Möglichkeit einer informierten öffentlichen Debatte.

Nicht die Aufdeckung von Tierleid gefährdet unsere Gesellschaft, sondern die Gleichgültigkeit gegenüber diesem Leid.

Unterschriften-Aktion und Spendenmöglichkeiten: www.schlachthofprozess.org