Wer schützt die Tierschützer*innen?

Tierschutz bedeutet, hinzusehen, wenn andere wegsehen. Wer sich für Tiere einsetzt, wird oft mit Dingen konfrontiert, die die meisten Menschen nie sehen müssen: misshandelte Hunde und Katzen, überfüllte Tierheime, verletzte Wildtiere, leidende sogenannte Nutztiere, vernachlässigte Pferde, geschwächte Stadttauben oder hilflose Igel. Hinzu kommen Schicksale, die nicht immer ein gutes Ende finden.

Dieses Leid geht nicht spurlos an den Menschen vorbei, die täglich versuchen zu helfen.

Viele Tierschützerinnen und Tierschützer tragen eine enorme psychische Last. Sie erleben Hilflosigkeit, Trauer, Wut und Erschöpfung. Sie investieren ihre Freizeit, ihre Kraft, oft ihr eigenes Geld – und werden nicht selten noch mit Anfeindungen, Hass oder Unverständnis konfrontiert.

Dennoch wird über die psychische Belastung im Tierschutz kaum gesprochen.

Als die Partei Mensch Klima Tierschutz (Tierschutzpartei) sagen wir: Wer Tiere schützen will, muss auch die Menschen unterstützen, die sich jeden Tag für sie einsetzen.

Deshalb fordern wir:

  • eine bessere finanzielle Unterstützung von Tierheimen, Lebenshöfen, Wildtierstationen, Auffangstationen, und Tierschutzvereinen
  • kostenlose psychosoziale Beratungs- und Unterstützungsangebote für Menschen, die im Tier- und Naturschutz tätig sind
  • mehr gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung für ehrenamtliches Engagement im Tierschutz
  • Präventions- und Resilienzprogramme für Haupt- und Ehrenamtliche
  • konsequente Maßnahmen gegen Tierquälerei und Tierleid, damit weniger Tiere überhaupt in Not geraten
  • mehr Aufklärung über die psychischen Folgen dauerhafter Konfrontation mit Leid und Gewalt gegenüber Tieren

Gleichzeitig möchten wir allen Engagierten sagen: Ihr dürft Grenzen setzen. Ihr dürft Pausen machen. Ihr müsst nicht rund um die Uhr erreichbar sein. Ihr müsst nicht jedes Tier allein retten.Ihr dürft Hilfe annehmen.

Selbstfürsorge ist kein Egoismus. Sie ist notwendig, um langfristig helfen zu können.

Niemand kann die ganze Welt retten. Aber jeder gerettete Hund, jede gerettete Katze, jedes aufgepäppelte Wildtier, jedes befreite Nutztier und jedes einzelne Leben, das durch euren Einsatz eine zweite Chance bekommt, macht einen Unterschied.

Tierschutz braucht Mitgefühl. Aber Mitgefühl braucht auch Schutz. Deshalb setzen wir uns nicht nur für die Tiere ein, sondern auch für die Menschen, die jeden Tag für sie kämpfen.