Dieser Text erschien in der griechischen sozialliberalen Tageszeitung "Ta Nea"

Willkommen im Jahrzehnt der Tierschutzpolitik!

Das vergangene Jahrzehnt war geprägt von der wachsenden Sorge um den Klimawandel. Die 2020er Jahre werden nun unsere letzte Chance sein, die Klimakrise auch tatsächlich zu bewältigen.

Es wird auch das Jahrzehnt sein, in dem die Nachfrage nach Fleisch und Milchprodukten sinken wird. Und das Jahrzehnt, das die öffentliche Wahrnehmung der industriellen Tierhaltung verändern wird: von einer Quelle des Wohlstands hin zu einem ökologischen Problem.

Die industrielle Tierhaltung erscheint immer noch wie ein riesiger Koloss. Aber er steht mit gebrechlichen Füßen und wankt. Denn vier Problembereiche ziehen ihm den Boden unter den Füßen weg:

Rechtmäßigkeit

Tierrechte gewinnen weltweit nach und nach an Bedeutung. In der Tierhaltung wird verzweifelt versucht, die Rechte von Haustieren von den Rechten der sogenannten „Nutz“tiere zu unterscheiden, doch es fehlen die Argumente.

Transparenz

Informations- und Kommunikationstechnologien machen die Wände von Schlachthöfen und Viehbetrieben immer transparenter. Paul McCartney hatte gesagt, das würde uns alle zu Vegetariern machen. Die Zeit wird zeigen, ob er Recht hatte. Gegenwärtig wächst jedoch die Zahl der ethischen Veganer, analog zum Bekanntwerden entsetzlicher Szenen aus der Massentierhaltung.

Preisgestaltung

Die Preisgestaltung für alle Produkte und Dienstleistungen berücksichtigt zunehmend deren Klimabilanz. Mit einer realistischen Schätzung dieser Kosten werden Fleisch- und Milchprodukte nicht mehr erschwinglich sein.

Technologie

Die Lebensmittel, die ohne tierliche Bestandteile auskommen, werden immer überzeugender, billiger und leckerer werden. Schon bald werden sie normale Konsumgüter sein.

Natürlich besteht wie immer bei jeder größeren gesellschaftlichen Veränderung die Notwendigkeit einer politischen Kraft, die diese beschleunigt, fördert und in nationale und internationale Gesetze und Regeln umsetzt.

Diese politische Bewegung sind die Tierschutzparteien. Von der ältesten – der 1993 gegründeten deutschen „Partei Mensch Umwelt Tierschutz“ – bis zur jüngsten – der griechischen „Partei für Tiere“ – sind Tierschutzparteien auf der richtigen Seite der Geschichte.

Robert Gabel – Partei Mensch Umwelt Tierschutz
Nikos Raptis – Initiative für die griechische Partei für die Tiere
für die Tageszeitung Ta Nea