„Kein Platz für Sentimentalität“ und „Ratten der Lüfte“ sind zwei Aussagen der letzten Wochen, die öffentlich für Aufruhr gesorgt hatten. Eine aus der Politik, eine aus dem Fernsehen. Und beide zeigen ein grundlegendes Problem im Umgang mit Tieren.
In Tübingen fordert Oberbürgermeister Boris Palmer den Abschuss von Nilgänsen – sogar mit Blick auf eine Gans mit ihren Küken. Gleichzeitig werden Tierschützer als „sentimental“ dargestellt.
Bei „Wer wird Millionär?“ bezeichnete Günther Jauch Tauben als „Ratten der Lüfte“ und scherzte darüber, alle „Bestände“ eines „Taubentöters“ aufzukaufen.
Natürlich sind das unterschiedliche Situationen. Aber beide Beispiele zeigen, wie schnell Tiere zu „Problemen“ erklärt werden – und wie gesellschaftlich akzeptiert abwertende Sprache gegenüber Tieren noch immer ist.
Gerade deshalb braucht es Aufklärung. Denn:
- Stadttauben sind vom Menschen gezüchtete und zurückgelassene Haustiere.
- Viele Behauptungen über „invasive“ Arten werden politisch vereinfacht dargestellt.
- Und Sprache beeinflusst, wie Gesellschaft auf Tiere blickt – und welche Gewalt gegen sie legitim erscheint. Tierschutz bedeutet deshalb nicht nur retten und versorgen.
Tierschutz bedeutet auch:
➡️ einordnen
➡️ widersprechen
➡️ Mythen aufklären
➡️ Mitgefühl verteidigen
