FAQ: Häufige Fragen über die PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ – Tierschutzpartei – beantwortet

Die PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ – Tierschutzpartei – ist die erste und die stimmenstärkste Tierschutzpartei der Welt und seit 2021 die größte außerparlamentarische Opposition in Deutschland. Die häufigsten Fragen beantworten wir auf dieser Seite und darunter findet Ihr einen ausführlicheren Text zu unserem Selbstverständnis.

 





















Selbstverständnis,
programmatische Positionierung
und öffentliche Wahrnehmung der
PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ
– Tierschutzpartei –

 

A. Wie heißen wir eigentlich?

Immer wieder neu gefragt: wie heißen wir denn nun? Der offizielle Langname ist „PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ“ in Großbuchstaben. Der Kurzname ist einfach „Tierschutzpartei“ in normaler Schreibung. Dieser Kurzname ist besonders gut sichtbar auf den Stimmzetteln. Der Langname ist auch auf den Stimmzetteln, wird aber weniger gut wahrgenommen und ist kleiner gedruckt.

Der Langname lässt sich nicht so gut merken und ist ein bisschen sperrig. Der Kurzname wiederum vermittelt das falsche Image einer Einthemenpartei. Beide Namensvarianten haben also Nachteile. Aber auch Vorteile, denn der Langname spiegelt unsere programmatische Bandbreite wider und besagt, dass man Mensch, Umwelt und Tiere immer zusammendenken muss. Innovative Lösungen ergeben sich am besten, wenn man diese drei Bereiche nicht sinnlos gegeneinander ausspielt. Der Kurzname ist einprägsamer und stellt einen programmatischen Schwerpunkt dar, der uns von allen anderen Parteien unterscheidet.

Das Beste ist also, stets beide Namensvarianten zu verwenden. So dient der Kurzname, um auf den Unterschied zu anderen Parteien zu verweisen und der Langname, um auf unsere programmatische Vielfalt hinzuweisen.
Das Kürzel MUT darf nicht verwendet werden, da es bereits eine Partei mit diesem Namen gibt. Das Kürzel TSP ist ebenfalls nicht zu verwenden, da es in der Öffentlichkeit nicht als Tierschutzpartei interpretierbar ist.

 

B. Petrol, Smaragdgrün, Türkis oder Blau?

Die früheren Farben unserer Partei waren Blau, Weiß und die Regenbogenfarben im Logo. Letztere haben wir bis heute beibehalten. Mit Aufkommen der AfD, die ein helles Blau als Parteifarbe verwendet, haben wir eine neue Farbe neben Weiß und Regenbogenfarben für uns beschlossen: Der neue Farbton ist Petrol (genaugenommen ein Ton zwischen Petrol und Smaragdgrün) und je nach Licht, Monitor oder Material immer leicht anders erscheinend. Keine einfache Farbe! Jedoch bislang eine im Parteienspektrum einmalige Farbe, die positiv aufgenommen wird. Für den Farbverlauf auf Plakaten, Sharepics und Flyern liegt das Petrol zwischen RGB 9,122,138 und RGB 0,58,66 und für den Hintergrund unseres Parteilogos bei RGB 6,171,170.

Der Regenbogen steht für Frieden (mit allen Lebewesen), für die Natur sowie für Diversität.

 

C. Tierwohl, Tierschutz, Tierrechte, Tierbefreiung oder Veganismus?

Ein ständiges Thema mit vielen Missverständnissen: was bedeuten die unterschiedlichen Begriffe und Ziele rund um den politischen Tierschutz und in welcher Beziehung steht die Tierschutzpartei zu ihnen?

1) Vegan gelabelte Produkte erfreuen sich stetig wachsender Beliebtheit bei den Konsument:innen, aber mit Veganismus wollen viele nichts zu tun haben. Der Begriff klingt für sie nach politischer Ideologie, wird skeptisch gesehen und teilweise vehement abgelehnt. Grund ist insbesondere die Ansicht, dass Essen Privatsache sei, Ismen mit ideologisch begründetem staatlichem Zwang zu tun hätten oder dass Veganismus ein Türöffner für andere Ideologien und staatlich durchgesetzte Maßnahmen aller Art sein könnte. Aufgrund dieser eigentlich unzutreffenden Vorbehalte sowie die Reduzierung auf Konsumpräferenzen in der Interpretation der Wahlberechtigten, wird im politischen Raum der Begriff vegan weitestgehend vermieden. Wir möchten aber weiterhin aufklären über die Vorteile veganer Lebensweise und insbesondere die dringend nötige Agrarwende hin zu einer pflanzlichen/bio-veganen Landwirtschaft.

Unsere Aktiven sind zumeist Veganer:innen, aber vegan zu leben ist keine Bedingung, um bei uns Mitglied zu werden. Wir stehen für Vielfalt und das Recht auf Individualität jeder Lebensweise, aber auch dafür, dass Tiere ein unversehrtes, freies und möglichst glückliches Leben haben können. Unsere Mitglieder stehen besonders für die Werte unseres Grundsatzprogramms und fordern die darin verankerten Ziele nicht nur auf der politischen Ebene, sondern möchten sie auch bestmöglich integer selbst leben. Dies bedeutet in der ethischen Konsequenz, sich für eine Tierausbeutung ablehnende und Tierleid reduzierende Lebensweise zu entscheiden, was als vegane Lebensweise beschrieben werden kann, wobei dies natürlich bedeutet, dass es auf vielfältige und individuell sehr unterschiedliche Weise geschehen kann. Unsere Aktiven arbeiten ständig konstruktiv mit nicht vegan lebenden Menschen politisch zusammen und privat kommen vegan und nicht vegan lebende Menschen sowieso fast immer bestens miteinander aus. Politisch jedoch gibt es eine rote Linie für unsere Aktiven, die dort zu ziehen ist, wo antivegane, karnistische Ideologie aggressiv vertreten wird.

2) Den Begriff Tierwohl verwenden wir nicht im Zusammenhang mit unseren Forderungen, sondern nur, um die offiziell so bezeichneten Sachverhalte zu beschreiben und dies mit kritischer Konnotierung. Der Begriff bezieht sich nämlich auf leichte Verbesserungen in der Tierhaltung, um den Konsument:innen Tierschutzaktivitäten vorzugaukeln oder ein besseres Gewissen zu ermöglichen. Im Effekt kann Tierwohl zu mehr Tierleid beitragen, wenn der Konsum ansteigt aufgrund von Marketing mit „Tierwohl“ und verstärkter Gewissensberuhigung der Verbraucher:innen, was zu sorgloserem Konsum von mit Tierleid verbundenen Produkten führen kann.

3) Der Begriff Tierrechte beschreibt ethisch hergeleitete, politisch-gesellschaftlich erkämpfte, legislativ gesetzte, administrativ einzuhaltende/durchzusetzende und durch Rechtsprechung fortzuentwickelnde Normen zur bestmöglichen Wahrung der Unversehrtheit und freien Entfaltung von allen Tieren. Wir setzen uns für deren Aufnahme ins Grundgesetz ein. Aber den meisten sagt der Begriff jedoch noch kaum etwas und wird oftmals, in Analogie zu Menschenrechten, fälschlicherweise so ausgelegt, dass die existierenden Menschenrechte für Tiere gelten sollen. Zudem impliziert der Begriff ein Zugeständnis an Tiere von einer höheren Position herab. Missverständnisse von verschiedenen Perspektiven sind daher leider nicht selten und weitere Aufklärung ist nötig.

4) Tierbefreiung beschreibt den Ansatz, dass man für Tiere nicht Normen entwirft und als Mensch zuständig für deren Durchsetzung ist, sondern dass man Tieren ohne einen solchen Rahmen Freiheit und Unversehrtheit selbstverständlich belässt. Der Begriff wird allerdings zu sehr mit aktivistischen Befreiungsaktionen und zu wenig mit ethisch-politischen Ansätzen in Verbindung gebracht, weshalb wir diesen Begriff selten für unsere Anliegen verwenden.

5) Tierschutz ist der bekannteste und der am positivsten besetzte Begriff. Er hat Nachteile, da er per engerer Definition zu eingeschränkt ist und daher von Tierrechtsaktivist:innen abgelehnt wird. In einer weiteren Definition wird er aber mitunter auch als Oberbegriff für die Begriffe 1) bis 4) verstanden. Unter allen Begrifflichkeiten ist er am besten geeignet, um unser Kernanliegen zu beschreiben. Um die politische Dimension in Abgrenzung zum klassischen Tierschutz in Vereinen deutlich zu machen, sprechen wir von „Politischer Tierschutz“, „Tierschutzpolitik“ oder „internationale tierschutzpolitische Bewegung“ .

Die Begriffe 1) bis 4) möchten wir von ihrem Sinngehalt her unter dem Begriff „Tierschutz“ subsummieren und somit inhaltlich mainstreamen. Konsequenter Tierschutz bedeutet nämlich, auf tierliche Produkte zu verzichten und ehrliche Tierschutzpolitik will das grundgesetzlich verankerte Tierschutzziel endlich in der Praxis umsetzen und jegliche Tierausbeutung und Tierquälerei beenden.

 

D. Reformismus vs. Alles-oder-Nichts

Wir fordern ein sofortiges Ende jeglichen Tierleids und alle hierfür notwendigen politisch-juristischen sowie wirtschaftlich-gesellschaftlichen Veränderungen. Da dies aufgrund der aktuellen Mehrheitsverhältnisse nicht durchsetzbar ist, besteht die generelle tierschutzpolitische Arbeit aus zwei Grundlinien: a) in kleinen Teilbereichen wird Tierleid konkret abgeschafft und b) die großen systemischen Veränderungen können nur schrittweise erreicht werden. Während politische Ziele bei a) oftmals unproblematisch sind und zudem in weiten Teilen der Bevölkerung große Zustimmung erfahren, sind Veränderungen bei b) jedoch sehr kompliziert. Denn kleine Schritte bergen die Gefahr der Systemstabilisierung, da Tierleid dann lediglich weniger auffällt und weniger Empörung hervorruft, was den generellen politischen Veränderungswillen wieder zurückwirft. Die Politik neigt nämlich dazu, lediglich auf die drängendsten Probleme kosmetisch und symbolisch zu reagieren, um möglichst wenig an den etablierten und systemisch verankerten Ausbeutungsprozessen verändern zu müssen. Hier gilt es abzuwägen, da auch schrittweise Verbesserungen an der Situation der Tiere in unserem Mandat liegen, wir aber Maßnahmen, die mittel- oder langfristig die Situation der Tiere nur zementieren, nicht vertreten können.

Wir stehen nicht für reformistische Ansätze, sondern für das Ende jeglichen Tierleids. Tragen wir trotz unserer viel weiter gehenden Forderungen reformistische Veränderungen mit, dann ausschließlich, um die gesellschaftliche Debatte mitzugestalten, dabei auf die Gefahren von symbolischer und kosmetischer Politik hinzuweisen, und unter der Bedingung, dass die zu erwartende effektive Reduzierung des Tierleids moralisch höher zu gewichten ist in der Abwägung mit der systemstabilisierenden Wirkung der (minimalen) Veränderung.

 

E. Richtige Wahl oder verschenkte Stimme?

Die immer wieder angeführte Fünfprozenthürde ist ein weiteres Problemfeld, auf dem wir aufklären müssen. Die Hürde ist als undemokratisch zu brandmarken. Zu verdeutlichen ist, dass jede Stimme für uns nicht „verschenkt“ ist, sondern sogar doppeltes Stimmgewicht hat: a) man unterstützt uns als Partei direkt und treibt b) die großen Parteien an, unsere Forderungen ernst zu nehmen oder zu übernehmen.

Wer uns wählt, unterstützt direkt unsere Arbeit im Namen der Stimmlosen und verändert die gesamte politische Landschaft gleich mit. Man hat also sogar doppeltes Stimmgewicht. Wer hingegen die großen Parteien wählt, bestätigt diese lediglich in ihrer Weigerung, unsere Forderungen anzuerkennen und weiß grundsätzlich nie, für welche Politik man eigentlich gestimmt hat – denn man wählt bekanntlich weder das Bundeskabinett oder das Ministeriumspersonal noch Koalitionsverträge, Gesetze oder internationale Vereinbarungen. Tierschutzpartei zu wählen, ist hingegen das effektivste Mittel, um die Politik in die gewünschte Richtung zu drängen.

 

F. Einthemenpartei, Kleinstpartei oder Volkspartei?

Für uns trifft keine der drei Extreme zu. Weder sind wir monothematisch, noch eine Kleinstpartei oder eine Volkspartei mit beliebiger Programmatik. Unser Vorteil ist gerade, dass wir a) ein scharfes tierschutzpolitisches Profil besitzen, aber keine Einthemenpartei sind, dass wir b) eine kleine Partei, aber keine Kleinstpartei sind, dass wir c) ein vollständiges Wahlprogramm haben, aber keine weichgespülten Heileweltfloskeln verbreiten und u.a. der Tierschutz mit uns in Koalitionsverträgen niemals kassiert werden könnte. Denn insbesondere der Tierschutz ist uns ein Herzensanliegen. Selbstverständlich müssen im realen politischen Alltag Kompromisse geschlossen werden. Uns unterscheidet jedoch von allen großen Parteien, dass uns der Tierschutz so wichtig ist, dass wir bei diesen Kompromissen immer für ihn kämpfen und ihn nicht für andere Themen aufgeben würden, wie es z. B. die Grünen permanent tun.

Wenn man all die anderen Parteien betrachtet, erweisen sich diese als Einthemenparteien, da sie sich vorrangig um das Wohl der Menschen kümmern. Wir hingegen sind die einzige Mehrthemenpartei, da wir zusätzlich auch noch das Wohl der Tiere im Blick haben. Da es bedeutend mehr (nichtmenschliche) Tiere als Menschen gibt, ist die Notwendigkeit einer Tierschutzpartei offensichtlich. Und nur wenn die Menschheit sowohl mit mit allen Menschen, als auch mit den Tieren und der Natur sorgsam und mitfühlend umgeht, ist auch die Lebensgrundlage für die Menschen gewährleistet und entwickeln wir echten moralischen Fortschritt.

Wir sind zudem Teil einer weltweiten tierschutzpolitischen Bewegung. In mittlerweile 30 Ländern gibt es Tierschutzparteien. Sie alle eint das Ziel, nicht nur das Wohl der Menschen, sondern auch das der Tiere im Blick zu haben und unseren Planeten mit seiner Natur zu erhalten.

 

G. links, rechts, mittig, moderat, progressiv, radikal?

Wir sind programmatisch eine Partei, die im Parteienspektrum klar links zu verorten ist. Das ergibt sich durch unsere Ziele und im Vergleich zu den Zielen der anderen Parteien, sodass wir auch klar links sind, wenn wir es nicht so benennen würden. Die Frage, die immer wieder aufkommt, ist, ob wir uns auch offensiv als linke Kraft im Parteienspektrum etablieren möchten, da es viele Wahlberechtigte gibt, die diese Begrifflichkeit und/oder Einordnung ablehnen. Teilweise wird auch angenommen, dass linke Politik etwas anderes sei als Tierschutzpolitik und dass man den Tierschutz vernachlässigen würde, wenn man sich als linke Partei versteht. Dem ist natürlich nicht so. Warum wir uns links positionieren:

1) Man muss in den Parlamenten zu allen Themen Positionen beziehen und entsprechend abstimmen. Dies setzt eine entsprechende, langfristige Willensbildung und ein kohärentes Wertefundament voraus. Eine politische Verortung in der politischen Landschaft ist daher unerlässlich.

2) Unsere Mitglieder und Aktiven haben seit der Gründung unserer Partei durchgängig linke Positionierungen vertreten und diese programmatisch festgeschrieben. Zudem sind die mittlerweile 30 Tierschutzparteien weltweit ebenfalls eher links zu verorten. Die internationale Tierschutzbewegung ist progressiv und sozial aufgestellt.

3) In den Parlamenten braucht man Bündnispartner:innen und Mehrheiten. Hier hat sich über viele Jahre und Jahrzehnte gezeigt, dass linke Parteien deutlich offener für Tierschutzanliegen sind als rechte und wirtschaftsliberale Parteien. Es ist wichtig, als zuverlässiger Partner derjenigen politischen Kräfte zu gelten, die unseren Anliegen zur Durchsetzung verhelfen.

Das bedeutet, dass wir klar und selbstbewusst unsere inhaltlich linke Programmatik und progressiven Forderungen vertreten. Unsere Inhalte müssen zwar nicht pauschal kategorisiert und gelabelt werden, da sie für sich selbst stehen. Gegenüber anderen Politiker:innen und Parteien sowie Journalist:innen, Wissenschaftler:innen, NGOs und interessierten Wahlberechtigten ist es jedoch richtig und wichtig, dass wir unsere Ansätze in generellen Begriffen beschreiben. Möglich ist, uns als progressiv, sozial, sozialliberal, ökosozial, linksliberal, links oder linksprogressiv zu bezeichnen. Zudem vertreten wir Positionen des Pazifismus, Feminismus, der Menschenrechte, sozialen Gerechtigkeit, Umweltschutz-, Klimaschutz- und Artenschutzpolitik.

Zwischen a) dem abstrakten Eigenwert von Natur und Biodiversität, b) den Interessen der Menschen und c) dem Recht eines individuellen Lebewesens entscheiden wir nicht a priori, sondern stehen für Lösungen, die diese drei Sphären vereinbaren. Als linksliberale Partei lehnen wir es jedoch tendenziell ab, dass kollektive oder abstrakte Entitäten wie Volk (Faschismus/Rassismus) oder Natur (Ökologismus) höher gewichtet werden als ein Individuum. Unter bestimmten Gerechtigkeits- und Nachhaltigkeitsaspekten müssen jedoch auch Entscheidungen getroffen werden, die zwar kurzfristig die Freiheit des Individuums einschränken, aber langfristig dem Wohle von Individuen dienen. So sollten etwa Vermögende mehr zu einer gelingenden Klimapolitik beitragen als Arme, auch wenn es die Freiheit der Vermögenden womöglich erst einmal einschränkt. Langfristig profitieren aber alle Menschen von einer guten und sozial ausgewogenen Klimapolitik.

Wirtschaftspolitisch vertreten wir moderat kapitalismuskritische Ansätze, die innerhalb des demokratischen Rahmens bleiben, aber zugleich imstande sind, die globalen ökologischen und sozialen Probleme nachhaltig zu lösen. Tierausbeutung ist nicht nur ein Ergebnis von Tradition und falschen Werten, sondern stets auch Folge kapitalistischer Überzeugungen, Machtverhältnisse und Praktiken. Soziale Marktwirtschaft, Rechtsstaat, Freiheit und Demokratie haben sich als Grundprinzipien des Zusammenlebens bewährt. Sie benötigen aber eine nächste Evolutionsstufe: eine Weiterentwicklung, die die Rechte und die Freiheit der politisch stimmlosen und ökonomisch ausgebeuteten Lebewesen sowie den Erhalt unseres Planeten umfasst. Daher treten wir für die sogenannte öko-soziale Marktwirtschaft ein.

Die Extremismustheorie/Hufeisentheorie lehnen wir ab, da wir Links und Rechts nicht gleichsetzen möchten. Dafür sind die Grundhaltungen und Auswirkungen von Links und Rechts zu unterschiedlich und man würde rechtsextreme Gewalt und ihre teilweise bewaffneten Netzwerke verharmlosen. Stattdessen benennen wir die konkreten Zustände und Probleme und positionieren uns bei Bedarf entsprechend.

Unmissverständlich grenzen wir uns von nationalistischen, rassistischen und antisemitischen Ideologien und Denkmustern ab. Wir unterstützen Intersektionalität gegen jede Form von Diskriminierung und stehen fest an der Seite von Minderheiten, Marginalisierten, Benachteiligten und Unterdrückten. Von Parteien und Personen, die Tierschutzziele instrumentalisieren, um die Zustimmung zu ihren zumeist rechten Ideologien zu verbreitern, grenzen wir uns insbesondere ab.

Wir lehnen jegliche Form von Gewalt und extremistischen Positionen ab. Wir möchten größtmögliche Zustimmung zu unseren Werten und Zielen, zu denen auch umfassende Gewaltfreiheit gehört. Wir würden unser moralisches Mandat, für die Stimmlosen und Schwächeren zu sprechen, verraten, wenn wir an Zustimmung durch Extrempositionen und unnötigen Radikalismus einbüßen. Gleichwohl setzen unsere Lösungsvorschläge oftmals bei den Wurzeln der Probleme an. So stehen wir für eine sofortige und radikale Kehrtwende in der bislang katastrophalen Agrarpolitik, da die bisherige Tierqual und Naturzerstörung so nicht weitergehen kann. Es braucht Mut und Ehrlichkeit, damit wir künftigen Generationen eine lebenswerte Welt übergeben können, in der keine Tiere mehr gequält werden.

Sollten einzelne Mitglieder oder Sympathisant:innen unserer Partei gegen die in Grundsatzprogramm und Satzung dargelegten Prinzipien verstoßen, so ergreifen wir entsprechende Ordnungsmaßnahmen. Sie sprechen oder handeln dann nicht im Namen der Partei. Wir bitten zu berücksichtigen, dass wir als kleine Partei ganz besonders darauf hinwirken, positiv und konstruktiv in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Unschöne Abweichungen von unseren Werten können bei einer lebendigen und wachsenden Partei passieren, wir setzen aber alles daran, dass wir als Partei, und somit unsere Repräsentant:innen, als zuverlässig und integer gelten können.

 

H. Wer wählt Tierschutzpartei und wer ist unsere Zielgruppe?

Die Wählerschaft der Tierschutzpartei ist vor allem jung und weiblich. Bei den unter-25-jährigen Frauen erhält die Tierschutzpartei bis zu 14 % der Stimmen (etwa zur Landtagswahl in Brandenburg, gemäß Schätzungen gemäß der Exit-Poll-Befragungen sowie der amtlichen Wahlstatistiken), während wir bei den über-60-jährigen Männern lediglich nahe 0 % bekommen. Die jungen Frauen machen aber nur rund 3 % der Wählerschaft aus, die älteren Männer hingegen rund 20 %.

Unsere Hauptwählerschaft macht also einen sehr geringen Anteil an der Gesamtwählerschaft aus. Deshalb übersprangen wir überregional bislang noch nicht die Fünfprozenthürde. Wir möchten unsere Hauptwählerschaft dennoch weiter ansprechen und um Mitgliedschaften und Unterstützung werben. Gute Wahlergebnisse zu erzielen, was nur mit Stimmen jenseits unserer Hauptwählerschaft ermöglicht wird, ist unsere wichtigste Aufgabe, da wir so Druck auf die großen Parteien ausüben können und auch bei unserer Hauptwählerschaft so attraktiv werden, dass wir als Partei wachsen.

Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Gruppen unserer Wählerschaft: a) besonders politisch interessierte Wähler:innen, die gerade wegen der politischen Fehlausrichtungen Verlangen nach Veränderungen haben und die politische Ebene als zentral ansehen und b) unpolitische Wähler:innen, die bspw. aufgrund der katastrophalen herrschenden Anti-Tierschutzpolitik grundsätzlich kein Vertrauen in das herrschende politische System haben.

Die beiden beschriebenen Gruppen haben unterschiedliche Erwartungen an die Politik. Und sie unterteilen sich jeweils nochmal in zwei Motivlagen. Gruppe a) möchte entweder a.1) verlässliche Politik, die imstande ist, neue Gesetze in direkter Aushandlung mit allen politisch wirkmächtigen Interessengruppen durchzusetzen oder möchte a.2) mit der Wahl einer kleinen Partei programmatischen Druck auf die großen Parteien ausüben. In Wahlen schwanken die Wähler:innen der Gruppe a) zwischen Grünen, Linken, Die Partei und Tierschutzpartei. Gruppe b) schwankt zwischen Nichtwahl, anderen Klein- sowie Protestparteien und der Tierschutzpartei. Sie sieht in Wahlen eher eine Form des b.1) Protestes und der Systemkritik oder b.2) Identität mit der persönlichen Lebenssituation. Letztere wählen Tierschutzpartei vor allem, weil sie Haustiere haben oder Tierschutzvereinsarbeit unterstützenswert finden.

Die jeweiligen Motivlagen der beiden Gruppen sind unterschiedlich schwer und mit unterschiedlicher Kommunikation zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu erreichen. Menschen mit Motivlage a.1) legen sich am frühsten fest und neigen unserem Wahlprogramm zwar sehr zu, entscheiden sich aber wegen der meist geltenden Prozenthürden aus wahltaktischen Gründen häufig für eine andere Partei. Menschen mit Motivlage b.2) legen sich am spätesten und zumeist spontan fest und haben eine besonders geringe Wahlneigung und Parteibindung. Das gemeinsame aller Untergruppen ist: der Druck auf die großen Parteien ist zu erhöhen, um einen Politikwechsel hin zu mehr Mitgefühl zu erwirken.

 

I. Grün, grüner, Tierschutzpartei?

Immer wieder kommt die Frage auf, was uns von den Grünen unterscheidet. Und ja, vielfach werden wir als bessere Variante der Grünen wahrgenommen. Wir sind sozialer als die Grünen, wir fordern wirksamere Klimaschutzmaßnahmen, wir stehen für Frieden und natürlich für ehrlichen Tierschutz. Teilweise können hier gegensätzliche Positionen auftreten, aber zumeist ist es die gleiche grundsätzliche Richtung. Das Problem der Grünen: Rhetorisch fordern sie manches Unterstützenswerte, in der Umsetzung aber unterscheidet sich ihre Politik oftmals kaum von der CDU.

Grünen-Bashing ist jedoch nicht unser Stil. Auf kommunaler Ebene arbeiten wir oft gedeihlich zusammen und möchten fair bleiben. Wir verweisen stattdessen auf die reale Politik grüner Landesregierungen – beispielsweise ließen grüne Minister:innen qualvolle Tiertransporte und Tierversuche genehmigen – und die Fehlentwicklungen der anstehenden grünen Regierungsbeteiligung im Bund. Faule Kompromisse, oberflächliche Symbolpolitik und das Greenwashing konservativer Ansätze werden die Regierungsarbeit kennzeichnen. Das Einzige, was hier hilft, ist ein noch besseres Ergebnis für die Tierschutzpartei bei den nächsten Wahlen. Die innerparteilichen Mehrheiten bei allen großen Parteien sind bekanntlich so, dass sich ehrlicher Tierschutz und konsequenter Klimaschutz nicht durchsetzen können. Mit guten Ergebnissen für die Tierschutzpartei haben die wenigen Tierrechtler:innen und Klimaaktivist:innen innerhalb der Grünen aber immerhin ein Mittel in der Hand, indem sie nämlich auf die stetig wachsende Unterstützung unserer Partei hinweisen können.

 

J. Populismus oder Seriosität?

Ein gewisses Maß an Oberflächlichkeit lässt sich in der Politik nicht ganz vermeiden. Ehrlicherweise muss man sagen, dass der eine oder andere Slogan auf unseren Plakaten auch populistisch interpretierbar ist. Wir haben aber nicht die Intention, Emotionen unberechtigt zu schüren oder Vorurteile zu bedienen statt realistische Ziele zu benennen und mit Fakten zu arbeiten. Wir sind ganz besonders der Wissenschaft verpflichtet und haben hohe ethische Anforderungen an uns selbst. Allerdings müssen wir auch demokratische Prinzipien ernst nehmen und unpolitische Wahlberechtigte und Nichtwähler:innen erreichen. Das sind wir auch den tatsächlich Stimmlosen und politisch Einflusslosen schuldig.

Daher ist eine verkürzte Forderung oder aufwühlende Aussage auf einem Plakat oder in einem Sharepic berechtigt, solange wir jederzeit detailliert die Hintergründe und faktenbasierten Details dazu liefern. Wir versuchen, den Erfordernissen effektiver Öffentlichkeitsarbeit, demokratischer Prinzipien, ethisch-wissenschaftlicher Standards und moralischer Aufrichtigkeit gleichermaßen gerecht zu werden.

 

K. Gendern und Duzen?

Wir gendern gern. Als progressive Partei zeigen wir damit aktiv, dass uns alle Menschen wichtig sind und niemand übersehen oder gar bewusst nicht angesprochen werden soll und stärken die gesellschaftliche Entwicklung hin zu mehr Gleichberechtigung für alle geschlechtlichen Identitäten. Wir bevorzugen neutrale Formen („Forschende“) und den Doppelpunkt („Forscher:innen“). Ebenso ist es für eine progressive Partei selbstverständlich, dass man sich untereinander duzt. In der offiziellen Kommunikation mit der an unserer Partei interessierten Menschen verwenden wir ebenfalls das Du. Das Siezen hat seinen Ursprung im Adel und somit in der Unterscheidung der Gesellschaft in verschiedene Schichten und in der Unterdrückung und Ausbeutung von Menschen, was wir selbstverständlich ablehnen. Aber auch unabhängig davon steht das Du für das Progressive und Moderne.

 

L. Tierschutz – klar! Und was sonst noch?

Nur große Parteien können sich den zweifelhaften Luxus leisten, allgemeine Phrasen zu dreschen, nur um weiterhin möglichst unverbindlich den Machterhalt in den Mittelpunkt ihres Handelns zu stellen. Wir hingegen müssen Klartext reden, auf die dringendsten Probleme hinweisen, unsere Wurzeln nicht verleugnen und uns zu Prioritäten und Unterschieden zu den anderen Parteien bekennen. Manche meinen daher, wir würden uns nicht mit allen wichtigen Themenbereichen beschäftigen oder wären gar eine Einthemenpartei. Dies ist natürlich falsch und dient wohl eher der Rechtfertigung, weshalb man weiterhin die Fehler der großen Parteien mitträgt.

Wir unterscheiden zwischen allgemeinem Profil als Partei für die Stimmlosen und Schwächeren sowie konkreterem programmatischen Profil, das wir in Wahlprogrammen, auf Flyern und in Videos und Texten näher erläutern und in praxisorientierter parlamentarischer Arbeit umsetzen. Es gibt aber natürlich besondere Schwerpunktbereiche, wo wir besonders viel Handlungsbedarf sehen. Dies sind:

1. Tierschutz/Tierrechte
2. Klimaschutz (konsequent und sozial)
3. Soziale Gerechtigkeit (Bildung, Wohnen, Pflege, Mindestlohn, BGE etc.)
4. Biodiversität (lokales und globales Artensterben)
5. Naturschutz (inkl. Meeresschutz)
6. Agrarwende/pflanzliche Landwirtschaft
7. Friedenspolitik (Abrüstung, Menschenrechte)

 

M. Wie kann man die PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ – Tierschutzpartei – unterstützen?

Werde am besten Mitglied. Oder spende, damit wir unsere Arbeit verbessern und ausbauen können. Mitgliedsbeiträge und Spenden werden vom Staat übrigens nochmals verdoppelt. Und Du kannst den gespendeten Betrag von deiner Steuerlast abziehen. Gern kannst du für uns aber auch aktiv werden beim Plakatieren, Flyer verteilen, in inhaltlichen Arbeitskreisen und organisatorischen Arbeitsgruppen oder indem du bei Wahlen für uns kandidierst, weil du mit unseren Werten und Zielen übereinstimmst und dir Arbeit in politischen Gremien liegt.